Finanzinvestor zieht Fäden
Damenmodehersteller Basler wächst kräftig

Im Juni dieses Jahres trennte sich die Investorengruppe Alpha vom Damenmodehersteller Basler. Der Finanzinvestor Triton übernahm die fränkische Damenmodemarke und erntet nun den Lohn dafür. Basler wächst nach der Übernahme eigenen Angaben zufolge wieder kräftig.

tak DÜSSELDORF. „Die Vororder für Frühjahr/Sommer 2007 liegt zweistellig über Vorjahr“, sagte Armin Fichtel dem Handelsblatt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der geschäftsführende Gesellschafter von Basler ein Umsatzplus von fünf Prozent auf 164 Mill. Euro. Die Umsatzrendite (Ebitda) sei stabil zweistellig.

Die Damenmodemarke aus dem fränkischen Goldbach wurde bis 1992 von der Familie Basler geführt. Mitte 2002 wurde sie von einer Beteiligungsberatung übernommen. Die Investorengruppe Alpha reichte das Unternehmen nach vier Jahren schließlich im Juni dieses Jahres an die Beteiligungsgesellschaft Triton mit Niederlassungen in Frankfurt, Stockholm und London weiter.

„Wir sind froh, mit Triton wieder einen Private Equity Fond als Eigentümer zu haben“, sagt Fichtel. Die Zusammenarbeit mit Alpha sei durch großen Handlungsspielraum geprägt gewesen. Die Gewinne seien zudem im Unternehmen gelassen worden. Der neue Eigentümer setze zudem stark auf Expansion. Die Präsenz im Einzelhandel solle mit mehr Flächen und einer breiteren Produktpalette vorangetrieben werden. Ab Frühjahr 2007 soll es zum Beispiel Taschen der Marke im Handel geben.

Bisher verfügt Basler weltweit über neun eigene sowie über rund 50 von Franchisenehmern geführte Läden. Zudem gibt es die Damenmodemarke in Kaufhäusern wie Harrods, El Corte Inglés und Bloomingdale’s. Die Exportquote liegt bei 60 Prozent – und damit weit über dem Branchendurchschnitt von 40 Prozent. In der weiteren Internationalisierung liegt Branchenexperten zufolge das größte Potenzial der Marke. Basler gilt nicht als hochmodische, aber als qualitativ verlässliche Premiummarke für Frauen ab 45 Jahren.

Basler ist nicht die einzige deutsche Modemarke, die von Finanzinvestoren gelenkt wird. Auch der Hamburger Modekonzern Tom Tailor sowie CBR (Street One) aus Hannover schreiben Wachstumsstorys. Die Unterscheidung von Modehändlern und Herstellern verschwimmt dabei zunehmend.

Die Branche orientiert sich an den Erfolgen der schwedischen Modekette H&M sowie des spanischen Textilkonzerns Inditex (Zara), die die Wertschöpfungskette vom Entwurf über die Produktion bis zur Ladentheke beherrschen. Diese vertikale Struktur streben auch ehemals klassische Hersteller wie Basler oder Gerry Weber an, die mit eigenen Geschäften in den Markt drängen. Voraussetzung für die Bestückung eines eigenen Ladens ist eine breite Produktpalette, die Damen- und Herrenmode, Schuhe sowie Accessoires wie Taschen umfasst.

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