Finanzinvestoren
Private Equity greift nach Contis Reifen

Die Arbeitnehmervertreter von Continental sperren sich gegen einen Verkauf des Dax-Konzerns an Finanzinvestoren. Sie bevorzugten einen "industriellen Investor", hieß es in Gewerkschaftskreisen. Schaeffler schweigt zu den Vorgängen.

hz/iw/rob/mcs HAMBURG. Neben verschiedenen Reifenkonzernen werfen trotz der Finanzkrise offenbar auch Private-Equity-Unternehmen ein Auge auf die Gummisparten des Dax-Konzerns Continental. Das erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen. „Sie hoffen vor allem darauf, die Reifensparten zum Schnäppchenpreis zu bekommen“, hieß es. Bislang war nur das Interesse internationaler Reifenkonzerne wie Michelin bekannt, die aber kartellrechtliche Schwierigkeiten lösen müssten. Der japanische Konkurrent Bridgestone bestritt zuletzt sein Interesse.

Beobachter taxieren den Gesamtwert der Gummisparten auf sieben bis elf Mrd. Euro. Ob Conti einen solchen Preis derzeit erzielen kann, ist allerdings zweifelhaft. Die Marktlage sei schwierig, zumal die Käufer wüssten, dass es Contis neuer Großaktionär Schaeffler mit einem Verkauf eilig habe, um nicht in eine Schuldenfalle zu laufen, sagte BHF-Analyst Aleksej Wunrau.

Sollte es zu Verkaufsgesprächen mit Finanzinvestoren kommen, droht Conti zudem ein Streit mit den Gewerkschaften IG BCE und IG Metall. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Dax-Konzerns sind gegen eine Veräußerung der Gummisparten – besonders an branchenfremde Käufer. „Finanzinvestoren als Käufer der Rubber-Group wären so ziemlich die schlechteste Lösung“, sagte ein Kontrolleur der Arbeitnehmerbank dem Handelsblatt. „Wir bevorzugen industrielle Investoren, die eine langfristige Perspektive haben“, hieß es in Gewerkschaftskreisen. IG-BCE-Funktionär Werner Bischoff, Vize-Chef des Conti-Aufsichtsrates, hatte dem Handelsblatt zuletzt gesagt, er bevorzuge einen Partner fürs Gummigeschäft.

Der absehbar vom Familienunternehmen Schaeffler dominierte Konzern sondiert derzeit die Optionen für seine vor kurzem gebildete Rubber-Group. Zu dieser gehören die PKW- und LKW-Reifendivision sowie der Gummispezialist Conti- Tech. Der Vorstand prüfe derzeit alle Varianten und müsse dabei auch Schaefflers Situation berücksichtigen, hieß es gestern in Unternehmenskreisen. „Das wirtschaftliche Umfeld ist extrem schwierig für eine Verselbstständigung der Rubber-Group“, sagte ein Insider. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

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