Finanzkrise
Anlagenbauer Voith von Krise erfaßt

Beim Anlagenbauer Voith sind wegen der Krise in der Papierindustrie zahlreiche Arbeitsplätze in Gefahr. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres ging der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr um rund 200 Millionen Euro zurück. An mehreren Standorten in Deutschland arbeiten Beschäftigte bereits in Kurzarbeit.

HB STUTTGART/HEIDENHEIM. Für die deutschen Standorte des Unternehmensbereichs Voith Paper sollen demnächst Gespräche mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit und mögliche Stellenstreichungen beginnen, sagte Voith-Chef Hubert Lienhard am Dienstag. „Ich gehe davon aus, dass Kurzarbeit nicht ausreicht.“

Auch die massive Absatzkrise auf den Automobilmärkten trifft den Anlagenbauer hart. An mehreren Standorten in Deutschland arbeiten bereits seit Dezember 360 Beschäftigte der Sparten Voith Turbo und Voith Industrial Services kurz. Auch in den nächsten Monaten rechne er weiter mit Kurzarbeit, sagte Lienhard. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2008/09 wagte er nicht. „Wir fahren auf Sicht.“

Beim Papiermaschinenhersteller Voith Paper sei der Auftragseingang in den vergangenen vier Monaten um ein Viertel eingebrochen. Hier gebe es derzeit Überkapazitäten. Wie viele Arbeitsplätze möglicherweise abgebaut werden, wollte er nicht sagen. Insgesamt arbeiten in der Sparte in Deutschland rund 4 000 Menschen. Auch im Automobilbereich habe das Unternehmen im ersten Quartal (Oktober bis Dezember 2008) deutliche Rückgänge verzeichnet.

Von der bereits laufenden Kurzarbeit beim Antriebs- und Bremssystemspezialisten Voith Turbo und beim Service-Anbieter Voith Industrial Services sind die Standorte Bremen, Nordhausen, Eisenach, Sindelfingen, Esslingen, Chemnitz und Gommern betroffen.

Insgesamt ging der Auftragseingang des Konzerns in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres (Oktober bis Dezember 2008) im Vergleich zum Vorjahr um rund 200 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz stieg um rund 200 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 fuhr Voith einen Rekordumsatz von 4,9 Milliarden Euro ein. Das war im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 17,8 Prozent. Der Auftragseingang legte um 18,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu. Der Jahresüberschuss ging dagegen um 35 Millionen Euro auf 144 Millionen Euro zurück. Als Gründe dafür nannte Lienhard Währungseffekte sowie hohe Ausgaben für Investitionen sowie Forschung und Entwicklung.

Die Mitarbeiterzahl des Konzerns mit Sitz in Heidenheim stieg um knapp 5 700 auf rund 43 000. Fast 19 000 davon arbeiten in Deutschland. Zur Unternehmensgruppe gehört neben Voith Paper, Voith Industrial Services und Voith Turbo auch der Wasserkraftturbinen- Anbieter Voith Siemens Hydro.

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