Finanzkrise
BMW baut die Finanzsparte um

Der BMW-Konzern zieht Konsequenzen aus der Finanzkrise. Der Konzern stellt den Absatz stärker auf Kreditfinanzierung um und fährt das Leasinggeschäft zurück. Zudem soll die Finanzsparte in Europa stärker zentralisiert und zu einer „Europabank“ umgebaut werden.

MÜNCHEN. BMW will außerdem künftig mit der Ausgabe von ABS-Papieren seine Kreditforderungen verbriefen und seine Refinanzierung verbessern.

„Der Auslöser dieser Krise war eine Finanzkrise und die Märkte bleiben volatil“, so BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner auf der Handelsblatt-Autotagung in München. Der BMW-Konzern wurde in den vergangenen Monaten mehrfach von der Finanzkrise getroffen. Zum einen brachen vor allem in den USA die Restwerte ein und bescherten BMW 2008 Belastungen in Höhe von rund zwei Mrd. Euro. Zu Beginn des Jahres schossen die Kosten für die Refinanzierung in die Höhe, weil Banken und Anleihekäufer hohe Risikoaufschläge forderten. BMW muss pro Jahr rund 30 Mrd. Euro an den Kapitalmärkten finanzieren, ein Großteil geht in die Absatzfinanzierung.

„Unser Geschäft ist ohne Finanzdienstleistungen nicht mehr vorstellbar“, betonte Eichiner. Weltweit wird jeder zweite verkaufte BMW von BMW auch finanziert. Es lohnt sich aus Sicht der Münchener. Zum einen lässt sich die Produktion besser steuern und damit die Auslastung der Werke. Zum anderen ändert sich das Kaufverhalten signifikant: Geleaste oder finanzierte Fahrzeuge werden doppelt so schnell ausgetauscht wie bar bezahlte, der Wert der Zusatzausstattung liegt um rund 3 000 Euro höher. BMW will in Europa mit der Gründung einer „Europabank“ flexibler werden. Bislang unterhielt BMW in Europa einen Flickenteppich von Finanztöchtern, was die Geschäfte stark einschränkte. So konnten die von der BMW-Bank in Deutschland eingeworbenen Festgelder nicht zur Finanzierung von Auslandsgeschäften verwendet werden. Mit der neuen Struktur soll das künftig möglich sein. Unter den Rettungsschirm des staatlichen Sonderfonds „Soffin“ wollen die Münchener allerdings nicht. „Wir sind sicherlich kein Fall für Staatshilfen“, sagte Eichiner.

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