Finanzkrise
GE erhält Milliarden-Kapitalspritze mit Unterstützung Buffetts

Der US-Mischkonzern General Electric (GE) erhält angesichts der derzeitigen Kreditkrise eine massive Kapitalspritze von mindestens 15 Mrd. Dollar unter Beteiligung des legendäre US-Investor Warren Buffett. Der Rest der Summe soll vor allem über die Ausgabe neuer Stammaktien beschafft werden.

HB FAIRFIELD. Erneut ist der legendäre US-Investor Warren Buffett mit allein drei Mrd. Dollar einer der größten Geldgeber der Kapitalspritze an GE. Der Multimilliardär war über seine Holding Berkshire Hathaway erst vor einer Woche in großem Stil bei der US-Bank Goldman Sachs eingestiegen.

Mindestens zwölf Mrd. Dollar (8,5 Mrd Euro) will GE durch die Ausgabe neuer Stammaktien an der Börse einsammeln. Das teilte der Siemens-Konkurrent am Mittwoch am Sitz in Fairfield (Connecticut) mit. Buffetts Holding kauft zusätzlich Vorzugsaktien für drei Mrd. Dollar mit einer garantierten Dividende von zehn Prozent. Zudem hat Buffett in den kommenden fünf Jahren eine Option auf Aktien für weitere drei Mrd. Dollar.

GE hatte erst am vergangenen Donnerstag überraschend vor sinkenden Gewinnen durch die Kreditkrise gewarnt. Die große GE-Finanzsparte leidet schwer unter den Folgen der Finanzmarktturbulenzen und belastet den Konzern massiv. General Electric will seine Abhängigkeit von dem Bereich stark verringern. An der Börse verlor GE im laufenden Jahr mehr als 30 Prozent an Wert, zählt aber noch zu den teuersten Unternehmen der Welt.

Die GE-Aktie verringerte am Mittwoch nach der Ankündigung der Kapitalerhöhung ihre zuvor starken Verluste deutlich und lag sogar kurzzeitig im Plus. Später gab sie jedoch wieder nach. Im Tagesverlauf hatten Spekulationen über möglicherweise noch größere Probleme bei GE das Papier belastet. Der unter Druck geratene Konzernchef Jeff Immelt sagte, die konjunkturellen Rahmenbedingungen blieben "wechselhaft".

Bei Goldman Sachs war Buffett vergangenen Mittwoch mit fünf Mrd. Dollar ebenfalls in Form von vergünstigten Vorzugsaktien und Garantiedividende eingestiegen. Beobachter werteten dies als Hoffnungssignal für die Finanzbranche, zugleich aber auch als lukratives Geschäft für den erfolgreichen Investor, der weltweit zu den reichsten Menschen zählt.

Wie GE beschafften sich weltweit schon zahlreiche unter der Kreditkrise leidende Unternehmen frisches Kapital in Milliardenhöhe – vor allem Banken und Versicherer. Der Mischkonzern legt Ende nächster Woche seine Zahlen für das eben beendete dritte Quartal vor.

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