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Finanzkrise: GM fordert Nullrunde von Opel-Belegschaft

Der angeschlagene Autokonzern General Motors (GM) will im Rahmen seines geplanten neuen Sparpakets den Beschäftigen in Europa erneut einen Gehaltsverzicht abtrotzen. Das Management fordert eine Nullrunde von den rund 55 000 Mitarbeitern in Europa, wie aus einer internen Mitarbeiter-Information von Opel hervorgeht, die dem Handelsblatt vorliegt.

Die Opelzentrale in Rüsselsheim. Foto: Reuters Quelle: Reuters
Die Opelzentrale in Rüsselsheim. Foto: Reuters Quelle: Reuters

FRANKFURT | BRÜSSEL. Dadurch sollen allein im kommenden Jahr rund 200 Mio. Dollar eingespart werden. Insgesamt will GM demnach ein Sparpaket in Höhe von rund 750 Mio. Dollar schnüren. Ein Opel-Sprecher wollte über die Höhe und Details des Sparpakets mit Verweis auf die begonnenen Gespräche keine Angaben machen.

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Erstmals liegen damit Details der geplanten massiven Einschnitte von GM in Europa auf dem Tisch. Der oberste Arbeitnehmervertreter GMs in Europa, Klaus Franz, hatte bereits am Wochenende im Handelsblatt angekündigt, dass Betriebsrat und Management umgehend Gespräche über neue Einsparungen aufnehmen würden. Gestern kamen der GM- Europa-Vorstand und der Lenkungsausschuss des europäischen Betriebsrats bereits erstmals für ein Gespräch zusammen.

Die Forderung des GM-Managements steht in scharfem Kontrast zu der Forderung der IG Metall von acht Prozent mehr Lohn und Gehalt in der laufenden Tarifrunde. Heute kommen die Tarifparteien in Baden-Württemberg zu ihrer voraussichtlich entscheidenden Verhandlungsrunde zusammen. Der Druck auf die IG Metall wächst damit, angesichts der Krise in der Autoindustrie deutliche Abstriche zu machen.

Die GM-Tochter Opel bat nach eigenen Angaben Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe. Betriebsrat und Management machten sich in einem gemeinsamen Brief für ein 40-Milliarden-Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank für Europas Autoindustrie stark. Auch in den USA fordert der Hersteller staatliche Unterstützung vom neuen Präsidenten Barack Obama ein.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) dämpfte gestern die Erwartungen der Branche. Zwar bereite die EIB ein neues Paket vor, das Darlehen für die Entwicklung klimafreundlicher Produkte beinhalte, sagte ein Sprecher. Der von der Autobranche geforderte Umfang von 40 Mrd. Euro werde dabei aber mit Sicherheit nicht erreicht. Er verwies darauf, dass die EIB 2008 insgesamt neue Kredite von gut 40 Mrd. Euro vergeben habe. Schon deshalb seien Darlehen in dieser Größenordnung allein für eine Branche kaum realistisch.

Der Opel-Mutterkonzern GM hatte am vergangenen Freitag gewarnt, dass dem Konzern ohne weitere Staatshilfe das Geld auszugehen drohe. Der Autobauer kündigte zugleich neue Einschnitte an. Ein Programm zum Arbeitsplatzabbau steht in Europa bisher nicht zur Debatte. Das Management will die Einsparungen über eine Senkung der Strukturkosten hereinholen. GM hatte im dritten Quartal fast sieben Mrd. Dollar seiner bereits bedrohlich verringerten Kapitalreserven verbrannt. Der US-Konzern hatte bereits 2005 seinem Europageschäft eine harte Restrukturierung verordnet. Rund 9 000 Stellen waren damals bei Opel abgebaut worden und damit wieder der Sprung in die schwarzen Zahlen gelungen.

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