Finanzkrise
GM und Chrysler bieten Not-Heirat an

General Motors (GM) und Chrysler greifen zum Äußersten: Die beiden US-Autobauer würden auf Wunsch des US-Kongresses fusionieren, wenn man im Gegenzug staatliche Finanzhilfen bekommt. Der Chefvolkswirt von Ratingagentur Moodys fürchtet allerdings, dass die bisher beantrgten Milliardenhilfen nicht ausreichen würden und fürchtet weitere Forderungen in schwindelerregender Höhe.

HB/ebe WASHINGTON. Die beiden US-Autokonzerne General Motors und Chrysler wollen einen vorbereitetes Konkursverfahren zur Not akzeptieren, falls es zur Voraussetzung für ein Hilfspaket der US-Regierung gemacht wird. Das berichtete der US-Nachrichtendienst Bloomberg gestern unter Verweis auf mit der Situation vertraute Personen. Rick Wagoner, Konzernchef des vom finanziellen Aus bedrohten Herstellers General Motors (GM), hat ein Verfahren nach Kapitel elf des US-Konkursrechts öffentlich bisher strikt abgelehnt.

Das Management fürchtet, dass ein Konkurs unmittelbar in die Liquidation führen könnte, weil Kunden dann gegebenenfalls noch stärker vor einem Kauf von GM- und Chrysler-Autos zurückschreckten. Es gebe außer der Staatshilfe „keinen Plan B“, hatte auch GM-Vizechef Fritz Henderson zur Wochenmitte noch betont.

Im Kongress wird das Thema indes heiß diskutiert: Einige Abgeordnete hätten sich bereits bei Bankern und Konkursexperten informiert, schreibt das "Wall Street Journal". Dabei werde über einen "im Voraus arrangierten Konkurs" gesprochen, den der Staat mitfinanzieren könnte. Die Chancen für die US-Autokonzerne, dass sie eine Staatshilfe auf der Grundlage ihrer bisherigen Strukturen erhalten, sinken damit Richtung Nullpunkt. Die Parlamentarier sind in der Frage "Auto-Rettung oder Konkurs?" ohnehin tief gespalten.

Hochrangige Demokraten befürworten eine milliardenschwere Hilfe aus dem Rettungsprogramm "Tarp", das aber eigentlich zur Stabilisierung des Finanzsystems aufgelegt worden war. Präsident George W. Bush und zahlreiche Republikaner lehnen das konsequent ab. Sie können sich bisher höchstens vorstellen, ein bereits abgesegnetes Darlehen über 25 Mrd. Dollar schnell nach Detroit zu überweisen.

Die Auflage, diese Summe ausschließlich für die Entwicklung alternative Antriebe zu verwenden, könnte dann fallengelassen werden. Gegen diesen Lösungsweg sträuben sich wiederum die Demokraten. Laut „New York Times“ wachse die Skepsis, dass die demokratische Führung genügend Stimmen zusammentrommeln kann, um die Staatshilfe durchzubringen.

Die Entscheidung darüber wird für nächste Woche erwartet. Richard Shelby, republikanischer Senator aus Alabama, forderte gestern erneut dazu auf, kein weiteres Steuergeld zu riskieren: Die Firmen seien auch mit den überarbeiteten Sanierungsplänen „nicht wettbewerbsfähig“. In der Öffentlichkeit sind Hilfen für den seit Jahren hoch defizitären Autosektor ebenfalls unpopulär: Einer aktuellen Umfrage zufolge lehnen 70 Prozent der Befragten ein Rettungspaket für die Autohersteller ab.

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