Finanzkrise
Rezession trifft immer mehr Branchen

Konjunkturflaute und Finanzkrise erfassen immer mehr Branchen in Deutschland. Der Chemieriese BASF drosselt wegen sinkender Nachfrage seine Produktion und senkte am Mittwoch zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Gewinnprognose. Der bisher robuste Mittelstand blickt zunehmend skeptisch in die Zukunft und die Werbewirtschaft bekommt die sinkenden Ausgaben der Unternehmen zu spüren.

HB FRANKFURT/MAIN. Der größte Chemiekonzern der Welt will rund 80 Anlagen weltweit vorübergehend stilllegen. In gut 100 Anlagen wird die Produktion gedrosselt. Betroffen seien vorwiegend die Betriebe, die für die Abnehmerbranchen Automobil, Bau und Textil produzierten. Die BASF werde im laufenden Jahr das Vorjahresergebnis nicht erreichen, erklärte Vorstandschef Jürgen Hambrecht.

Auch MAN will die Produktion drosseln: Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern verhandelt nach einem Auftragseinbruch im dritten Quartal mit dem Betriebsrat über Kurzarbeit in seinen Werken. Im Gespräch sei beispielsweise eine Verlängerung der Weihnachtsferien, sagte ein MAN- Sprecher am Mittwoch in München. Welche Werke betroffen sind, stehe noch nicht fest. In einem Schreiben des Betriebsrates von MAN Salzgitter an die Mitarbeiter heißt es, der Vorstand plane allein im ersten Halbjahr 2009 rund 50 Schließtage in allen Werken.

Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 32 000 Menschen an seinen deutschen Standorten München, Salzgitter, Nürnberg, Gustavsburg (Hessen) und an anderen Orten. Jeweils freitags solle den Plänen zufolge in der ersten Hälfte 2009 in den Werken nicht gearbeitet werden, zusätzlich seien drei Blöcke von jeweils zwei Wochen Ferien im Februar, April und Juni geplant. Die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung seien aber schwierig, heißt es in dem Papier des Betriebsrates.

MAN leidet vor allem unter der schwachen Nachfrage nach Bussen und Lastwagen. Zwischen Juli und September ging der Auftragseingang in der Nutzfahrzeugsparte um fast 40 Prozent zurück. Grund dafür war nach Angaben von MAN auch die zögerliche Haltung der Banken bei der Kreditvergabe, die es den Kunden immer schwerer mache, an Geld für neue Lastwagenkäufe zu kommen. Wegen der schlechten Auftragslage hatte das Unternehmen vor drei Wochen bereits den Abbau eines Großteils seiner mehr als 3000 Zeitarbeitsstellen angekündigt.

Auch der Roboterspezialist Kuka blickt pessimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen befürchtet durch eine Auftragsstornierung in den USA weniger Umsatz und Gewinn in diesem Jahr. Der Umsatz könne mit bis zu 23 Millionen Euro und das operative Betriebsergebnis (EBIT) in gleicher Höhe belastet werden, teilte Kuka am Mittwoch in Augsburg mit. Das US-Unternehmen Getrag habe Insolvenz angemeldet. Dadurch sei die Stornierung eines Auftrags an die Kuka-Tochter LSW Maschinenfabrik in Bremen mit einem Umfang von rund 23 Millionen Euro zu erwarten. Nach der Gewinnwarnung brachen Kuka-Aktien zeitweise um 14,29 Prozent auf 11,10 Euro ein.

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