Finanzkrise
Russlands Ölkonzerne brauchen Geld

Seit im Zuge der Finanzkrise der Ölpreis um fast hundert Dollar abgestürzt ist, leiden die russischen Ölkonzerne unter fallenden Gewinnen und Refinanzierungs-Schwierigkeiten. Vor allem das rigide Steuersystem macht den Unternehmen zu schaffen. Doch ob die Regierung in der gegenwärtigen Krise zu radikalen Schritten bereit ist, darf bezweifelt werden.

MOSKAU. Die Milliarden-Dollar-Finanzspritze aus China dürfte die russische Ölindustrie erfreuen: Der 25 Mrd. Dollar schwere Kredit aus den Fernen Osten wird voraussichtlich vor allem dem größte Ölförderer der Landes, Rosneft, und dem Pipeline-Monopolist Transneft zugute kommen.

Die beiden Konzerne können das Geld gut gebrauchen: Rosneft ist wegen der Übernahme des zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos hoch verschuldet. Der staatlich kontrollierte Ölförderer konnte sich zwar gerade einen Kredit von 1,35 Mrd. Dollar von einem internationalen Bankenkonsortium sichern – allerdings zu deutlich gestiegenen Kosten. Transneft wiederum muss Milliarden in den Ausbau des Pipeline-Netzes stecken.

Seit im Zuge der Finanzkrise der Ölpreis um fast hundert Dollar abgestürzt ist, leiden die russischen Ölkonzerne unter fallenden Gewinnen und Schwierigkeiten bei der Refinanzierung. Einige kürzen bereits ihre Investitionsbudgets, darunter TNK-BP, die Nummer Drei im Land. Die Regierung hatte zwar im vergangenen Jahr pauschal finanzielle Hilfe zugesagt. Inzwischen will sie aber genauer hinschauen, wem sie die Unterstützung gewährt.

Auf der russischen Ölindustrie lastet vor allem das Steuersystem – allen voran die Exportsteuer. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung den Konzernen zwar Erleichterungen von rund 14,4 Mrd. Dollar gewährt. Diese hätten den Unternehmen aber nicht wirklich geholfen, kritisieren die Analysten der russischen Investmentbank Troika Dialog in einer Studie. Die Erleichterungen würden nicht dem niedrigen Ölpreis und den seit Jahren rasant steigenden Kosten der Unternehmen gerecht, schreiben die Experten.

Die Industrie drängt daher auf eine komplette Reform des Steuersystems, das sich erst mit einer gewissen Verzögerung der Ölpreisentwicklung anpasst. Erste Diskussionen mit der Regierung laufen bereits. Ob diese aber in Zeiten der schwersten Wirtschaftskrise seit zehn Jahren und einbrechender Einnahmen zu radikalen Schritten bereit ist, bezweifeln Beobachter.

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