Finanzprobleme der US-Fluggesellschaft wachsen – Aktie bricht ein
Delta schockt die Anleger

Die amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines Inc. mit Sitz in Atlanta erwartet für dieses Jahr einen beträchtlichen Nettoverlust. Das schreibt die drittgrößte US-Fluggesellschaft in ihrem Jahresbericht, den sie am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Der Cash-flow aus dem operativen Geschäft werde voraussichtlich nicht ausreichen, um alle finanziellen Verpflichtungen zu bedienen.

dp DÜSSELDORF. Die im Rahmen der Neuausrichtung angestrebte Kostensenkung von fünf Mrd. Dollar könnten nicht vor Ende 2006 voll realisiert werden. Da fast alle Vermögenswerte belastet und die Kreditratings niedrig seien, erwartet das Delta-Management nicht, dass es neue wesentliche Quellen zur Schuldenfinanzierung erschließen kann. Sollte Delta nicht in der Lage sein, Aktiva zu verkaufen oder Mittel am Kapitalmarkt aufzunehmen, dürfte der Bestand an Barmitteln zum Ende dieses Jahres deutlich unter dem Wert von Ende 2004 (1,8 Mrd. Dollar) liegen.

Die Investitionen für 2005 bezifferte Delta in der Mitteilung an die SEC auf rund eine Mrd. Dollar. Davon seien knapp 540 Mill. Dollar für den Kauf neue Flugzeuge vorgesehen. Delta hatte 2004 einen Verlust von 5,2 Mrd. Dollar erzielt und damit den Verlust gegenüber dem Vorjahr 2003 mit einem Minus von 773 Mill. Dollar kräftig gesteigert. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 15 Mrd. Dollar.

Die jüngste Hiobsbotschaft schockte die Börse. Der Aktienkurs von Delta brach zu Handelsbeginn um 14 Prozent ein. Die Nachricht demonstriert zudem den desolaten Zustand auf dem größten Luftverkehrsmarkt der Welt. Alle führenden amerikanischen Fluggesellschaften geraten wegen des anhaltenden Preiskriegs in immer größere Schwierigkeiten. Den jüngsten Preiskrieg hatte Delta selbst mit Kampfpreisen angeheizt. Er zielt auf United Airlines und US Airways, Nummer zwei und sieben im Markt. US Airways hatte jüngst mit einer Investorengruppe ein Abkommen über 125 Mill. Dollar zur Umstrukturierung abgeschlossen.

Analysten gehen davon aus, dass die Marktbereinigung nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Sie schätzen den Verlust der US-Branche 2004 auf sechs Mrd. Dollar.

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