Finanzsparte mit hohem Verlusten
General Motors muss zurückstecken

Schwerer Rückschlag für General Motors: Zwar hat der angeschlagene US-Autobauer das zweite Quartal in Folge schwarze Zahlen geschrieben und den Absatz gesteigert, musste bei Umsatz und Ergebnis aber deutliche Einbußen hinnehmen. Das Ergebnis drückte vor allem der Verlust der Finanzsparte GMAC

HB DETROIT. Wie die Opel-Mutter am Donnerstag in Detroit mitteilte, sank der Umsatz zwischen Januar und Ende März von 52,4 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 43,9 Milliarden Dollar (32,3 Mrd Euro). Experten hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

Das Nettoergebnis sackte auf 62 Millionen Dollar ab. Vor einem Jahr hatte GM noch 602 Millionen Dollar verdient – allerdings blähte damals der Verkauf eines Suzuki-Anteils den Gewinn auf. Je Aktie entsprach dies einem Rückgang von 1,06 Dollar auf 0,11 Dollar. Neben den Belastungen durch die Finanzsparte GMAC, die vor allem unter dem schwächelnden amerikanischen Hypothekenmarkt zu leiden hatte, begründete GM das schwache Abschneiden auch mit einem Sondergewinn im Vorjahresquartal in Höhe von 395 Millionen Dollar. Die Verluste bei GMAC, an der GM noch 49 Prozent hält, bezifferte der Autobauer insgesamt auf 305 Millionen Dollar nach einem Gewinn in Höhe von 495 Millionen Dollar im Vorjahr.

An GM blieb davon im ersten Quartal ein Minus in Höhe von 115 Millionen Dollar hängen. Im Kerngeschäft mit Automobilen zeigte der operative Trend weltweit aber wieder nach oben. Der bereinigte Gewinn im Autogeschäft sprang von 40 auf 304 Millionen Dollar. Auf dem hart umkämpften heimischen Markt machte der Konzern zumindest Fortschritte. Hier wurden die bereinigten Verluste von 251 auf 85 Millionen Dollar eingedämmt. GM hat in den USA wie andere Hersteller auch unter einem harten Preiskampf zu leiden. Hinzu kommt, dass die Verbraucher angesichts der hohen Benzinpreise zunehmend auf verbrauchsgünstigere Modelle der asiatischen Konkurrenz umsteigen.

Der weltweite Absatz von GM war im ersten Quartal um drei Prozent auf einen Rekordwert von 2,26 Millionen Fahrzeugen gestiegen. Dennoch hatten die Amerikaner erstmals die Krone des absatzstärksten Autobauers an den japanischen Konkurrenten Toyota abgeben müssen. In den ersten drei Monaten hatte Toyota weltweit 2,348 illionen Fahrzeuge verkauft. Probleme macht GM immer noch das Geschäft auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt.

GM steckt mitten in einer radikalen Sanierung, der in Nordamerika zwölf Werke und mehr als 34 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. So sollen rasch wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Im Gesamtjahr 2006 stand ein Minus von zwei Milliarden Dollar in den Büchern, 2005 belief sich der Verlust sogar auf über zehn Milliarden Dollar.

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