Finanzvorstand ausgewechselt
Arge Kratzer am Stern von Conergy

Die Aktie des Solartechnikherstellers Conergy leidet am Montag massiv unter einem Bericht über Kreditprobleme und der Nachricht, dass der Finanzvorstand ausgetauscht wird. Da hilft auch nicht weiter, dass das Hamburger Unternehmen gleichzeitig ein Großprojekt bekanntgegeben hat.

HB HAMBURG. Wie die im TecDax notierte Firma am Montag mitteilte, löst Jörg Spiekerkötter zum 1. November Heiko Piossek als Finanzvorstand ab. Zuletzt sei Spiekerkötter in gleicher Funktion bei der holländischen Organon Bio Sciences tätig gewesen. Eine Begründung für den Wechsel lieferte Conergy nicht.

Die Bekanntgabe des Wechsels kam nur wenige Stunden nach einem Bericht des Börsenbriefs „Czerwensky“, wonach der Stuhl Piosseks wackele. Hintergrund sei, dass das Unternehmen um die Verlängerung einer Kreditlinie in dreistelliger Millionenhöhe bangen müsse, weil es damit den Verschuldungskoeffizienten gerissen habe. Bei dem Konsortialkredit sei die Deutsche Bank beteiligt, die nun „gehörig Druck“ mache. „Czerwensky“ zitiert gut informierte Kreise mit der Ansicht, die Jahresziele von Conergy seien „kaum zu realisieren“.

Das Unternehmen trat den Spekulationen am Mittag entgegen. „Wir sehen keinerlei Anlass, an unseren Jahreszielen etwas zu ändern. Wir bekräftigen unser Umsatz- und Ergebnisziel“, sagte ein Firmensprecher am Montag. Conergy erwarte für 2007 unverändert einen Umsatz von 1,25 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 60 Millionen Euro.

Die Conergy-Aktie brach um bis zu sechs Prozent ein und stand gegen 12 Uhr 5,4 Prozent im Minus bei 62,44 Euro. Ein Händler sagte in Frankfurt, die kräftigen Kursverluste würden noch höher ausfallen, wenn Käufe strategisch ausgerichteter Investoren nicht den Kurs stützten. „Der Abgang des Finanzchefs so kurz vor dem Jahreswechsel bereitet natürlichl Bauchschmerzen. Aber Investoren wie Themenfonds, für die Solarenergie ein langfristiges Wachstumsthema ist, haben natürlich nicht so schnell den Finger am Abzug“, sagt der Beobachter.

Seiner Meinung nach rechtfertigt der Bericht im „Czerwensky“ einen weit höheren Kursabschlag. Dass der Finanzchef das Unternehmen verlässt, der für das Risiko-Controlling zuständig sei, wecke Sorgen um Hiobsbotschaften in den kommenden Wochen. Das Unternehmen habe sich „nach außen immer sehr positiv verkauft“, merkt der Beobachter an. „Conergy hat keine andere Begründung für den Abgang des Finanzchefs gegeben als die zunehmende internationale Ausrichtung“, sagt ein Händler. Dies sei „sehr dünn“.

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