Finanzvorstand Pötsch fordert IG Metall zum Einstieg in Kostensenkungsrunden auf
Tarifkonflikt bei VW verschärft sich

VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch hat die IG Metall aufgefordert, bei den anstehenden Tarifverhandlungen auf die Einsparforderungen der Konzernspitze einzugehen. Sollte sich die Gewerkschaft bei den am 15. September beginnenden Gesprächen nicht auf Maßnahmen zur Kostensenkung einlassen, stünden bei Volkswagen bis zu 30 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, sagte Pötsch am Mittwoch dem „Wall Street Journal“.

wsj WOLFSBURG. VW fordert unter anderem eine mindestens zweijährige Lohn-Nullrunde, die Gewerkschaft will dagegen für die 103 000 westdeutschen VW-Beschäftigten vier Prozent mehr Lohn durchsetzen.

Insgesamt will das Volkswagen-Management bei den Verhandlungen mit der Gewerkschaft massive Kostensenkungen durchsetzen. Ziel ist es nach den Worten von VW-Personalvorstand Peter Hartz, bis zum Jahr 2011 die Kostenbelastungen um 30 Prozent zu senken. Nur unter dieser Bedingung sei die heutige Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland zu halten. Die Konzernspitze fordert von den Beschäftigten auch eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Sollte es in den Verhandlungen keine Bewegung geben, wäre dies „extrem negativ“ für die Beschäftigungssituation in Deutschland, warnte Pötsch.

Ohne Erhöhung der Profitabilität sei keine Arbeitsplatzsicherung möglich. Gleichzeitig bekräftigte der VW-Finanzvorstand aber die Absicht, wenn möglich alle Arbeitsplätze des Konzerns in Deutschland zu halten. Insgesamt beschäftigt Volkswagen hier, inklusive der Jobs bei Audi und anderen Tochterunternehmen, 176 544 Arbeitnehmer.

Ein Sprecher der IG Metall in Hannover bezeichnete die Aussagen des VW-Finanzchefs am Mittwoch als „absurde Zahlenspiele ohne praktischen Bezug“.

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