Firmencheck
Krise mischt Rangordnung der Topkonzerne auf

Die Wirtschaftskrise wirbelt die Rangordnung unter den Topkonzernen durcheinander. Das zeigt der Firmencheck des Handelsblatts. Hart trifft es vor allem große Konzerne wie MAN, deren Markt zusammengebrochen ist. Andere Geschäftskonzepte erweisen sich in der Krise hingegen als Ertragsgarantie. Das Handelsblatt sagt, welche das sind.

DÜSSELDORF. Für MAN-Chef Hakan Samuelsson ist der Absturz bitter. Ausgerechnet jetzt, wo der aus Schweden stammende Manager den Konzern auf das Kerngeschäft Nutzfahrzeuge konzentriert, bricht der Markt für schwere Brummis zusammen. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2009 sprechen Bände: Der Umsatz sackte im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent ab, der freie Cash-Flow von MAN kippte von plus 229 Mio. auf minus 1,45 Mrd. Euro.

Der Geschäftsabschwung bei dem Münchener Dax-Konzern hatte bereits im Herbst 2008 begonnen. Samuelsson war einer der ersten Industrie-Vorstände, denen die Wirtschaftsflaute das Geschäft komplett verhagelte. Zu einer Zeit, als andere Konzernlenker noch in Optimismus machten, blieben die Auftragsbücher von MAN schlagartig leer. Mit weitreichenden Folgen für die Gesamtrentabilität: Der Maschinenbau- und Lkw-Konzern fiel im Handelsblatt-Renditeranking von einem soliden 34. Platz im Vorjahr auf Rang 110. Wie das Geschäftsjahr 2009 für MAN ausgehen wird, ist offen. Denn ein Ende der Verkaufskrise für Lkw sieht Samuelsson nicht.

Nur wenige der 131 führenden deutschen Industrie, Handels- und Dienstleistungskonzerne sind von der aktuellen Krise so stark betroffen wie MAN. Das zeigt der aktuelle Firmencheck des Handelsblatt, der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) und der Unternehmensberatung Oliver Wyman entsteht. In diesem, seit dem Jahr 2004, erhobenen Renditeranking stürzte beispielsweise der TecDax-Konzern Q-Cells, einer der weltgrößten Hersteller von Solarzellen, von Rang 17 im Vorjahr auf Platz 94 ab. Der Einbruch in der Solarbranche ist Schuld.

Ein weiterer Verlierer ist der MDax-Konzern Heidelberger Druck. Der weltweit führende Hersteller von Druckmaschinen verschlechterte sich um 80 Plätze auf Rang 129. Der Daimler-Konzern, der sich bereits im Vorjahr unter den nur "durchschnittlich ertragsstarken" Unternehmen wiederfand, kam wegen der Absatzkrise bei Pkw und Lkw ebenfalls arg unter die Räder. Die Stuttgarter stürzten um 51 Plätze auf Rang 122. Wie MAN landete Daimler damit in der Gruppe der "außergewöhnlich ertragsschwachen" Unternehmen, zu der aus dem Dax-30 noch der Energieversorger Eon, der Handelsriese Metro und die Deutsche Post gehören.

Bei dem gelben Konzern aus Bonn laufen die Geschäfte konjunkturbedingt zwar immer noch nicht rund. Aber nach der Milliarden Euro teuren Restrukturierung des US-Expressgeschäfts und nach dem Verkauf der Postbank an die Deutsche Bank dürfte der jetzt lupenreine Logistikkonzern seine Ertragskraft in diesem Jahr deutlich steigern. Vor allem durch die Abgabe des Bankgeschäfts werden sich die Eigenkapitalquote und die Gesamtkapitalrendite der Post 2009 kräftig verbessern. Arcandor und Escada dagegen, die Schlusslichter im Renditecheck für das Geschäftsjahr 2008, meldeten inzwischen Insolvenz an.

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