Firmenchef hält sich bedeckt: Aventis zaudert mit Ruf nach weißem Ritter

Firmenchef hält sich bedeckt
Aventis zaudert mit Ruf nach weißem Ritter

Der Pharmakonzern rückt im Kampf gegen eine feindliche Übernahme durch Sanofi die eigenen Wachstumsperspektiven in den Vordergrund.

shf FRANKFURT/M. Der Aventis-Konzern hält sich weiterhin bedeckt im Hinblick auf mögliche alternative Fusionspartner. Firmenchef Igor Landau bekräftigte in einer Telefonkonferenz am Freitag, dass es „eine Reihe anderer Pharmafirmen“ gebe, die für Aventis bessere Perspektiven bieten könnten als Sanofi-Synthélabo. Er ließ darüber aber nicht erkennen, unter welchen Bedingungen man über solche Kombinationen verhandeln könnte. „Wir können nur auf Dinge reagieren, die auf dem Tisch liegen. Und im Moment ist nur eine Transaktion auf dem Tisch“, sagte er.

Spekulationen, dass ein so genannter weißer Ritter in den Übernahmekampf um Aventis eingreifen könnte, hatte vor allem Novartis-Chef Daniel Vasella genährt. Er hatte in einem Interview gesagt, sowohl eine Kombination mit Aventis als auch mit Sanofi analysiert zu haben.

Die feindliche Offerte des französischen Konkurrenten Sanofi, der Aventis mit etwa 46 Mrd. Euro bewertet, wird von Aventis strikt abgelehnt. In der am Freitag publizierten ausführlichen Erwiderung an die französische Börsenaufsicht bekräftigt das Aventis-Management, dass die Offerte deutlich zu niedrig und eine Kombination der beiden Konzerne strategisch nachteilig für Aventis sei. Begründet wird dies unter anderem mit der relativ höheren Ertragskraft von Aventis.

Ausführlich befasst sich die Stellungnahme mit möglichen Patentrisiken für das Produktportfolio von Sanofi auf der einen, und den Wachstumsperspektiven für Aventis auf der anderen Seite. Aventis rechnet für 2004 und 2005 mit einer Serie von Produkt-Neueinführungen, die das Wachstum in den Folgejahren spürbar beschleunigen könnten. Selbst bei einem Verlust des Patents für das bisherige Hauptprodukt Allegra rechne man mit einem Gewinnwachstum von jährlich 10 %. Auf der anderen Seite werde sich die Entwicklung bei Sanofi möglicherweise stark abflachen, weil mehreren Umsatzträger von 2006 an Generikakonkurrenz erhalten.

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