Firmenimperium
Waterford Wedgwood ist teilweise pleite

Nun ist es amtlich: Der irische Kristall- und Porzellanwarenkonzern Waterford Wedgwood musste für einen Teil seines Geschäfts Insolvenz annehmen. Aus deutscher Sicht ist nun die spannende Frage, wie es mit der Firmentochter Rosenthal weitergeht.

HB LONDON. Für die Geschäfte in Irland wurde bereits ein Insolvenzverwalter benannt. Für Töchter in Großbritannien soll ebenfalls bald ein Insolvenzverwalter bestimmt werden. Damit sind rund 2700 Jobs in Irland und Großbritannien vom Aus bedroht.

Nach fünf verlustreichen Jahren in Folge hatte Waterford Wedgwood zuletzt vergeblich versucht, neue Investoren zu gewinnen und das Geschäft umzustrukturieren. Der Konzern hatte vor allem auf seinem Hauptmarkt USA massive Umsatzeinbrüche verzeichnet. Wegen der Finanzkrise war der Absatz allein im Oktober um 19 Prozent zurückgegangen. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 8000 Menschen, neben Irland, Großbritannien und Deutschland auch in den USA, Kanada, Australien, Indonesien und Japan.

"Als sich die Marktbedingungen verschlechterten, wurde klar, dass die Restrukturierung nicht schnell genug erreicht werden kann", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Da kein Investor gefunden werden konnte, sei die Ernennung eines Insolvenzverwalters nötig geworden. Der Handel solle aber weitergehen. Unternehmenschef David Sculley zeigte sich optimistisch, noch einen Investor finden zu können.

Der oberfränkische Porzellanhersteller Rosenthal ist nicht von der Insolvenz des irischen Mutterkonzerns Waterford Wedgwood betroffen. Der Vorstand werde umgehend mit dem Insolvenzverwalter Kontakt aufnehmen, um die Weiterführung von Rosenthal sicherzustellen, teilte die Rosenthal AG am Montag in Selb mit. „Die Gespräche mit einem potenten Investor über den Verkauf von Rosenthal befinden sich in einem fortgeschrittenen Zustand und werden weitergeführt“, hieß es. Waterford Wedgwood hatte 1998 einen Großteil der Rosenthal-Aktien übernommen. Der irische Konzern hält derzeit 90,7 Prozent der Rosenthal-Anteile.

Die Aktien des Konzerns an der irischen Börse wurden vom Handel ausgesetzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%