Firmenjubiläum
Südchemie wächst in neue Dimension

Das Traditionsunternehmen Südchemie feiert sein 150-jähriges Bestehen mit Rekordzahlen und einer Wachstumsoffensive. Starke Geschäftsimpulse erwartet man von der Umweltchemie. Selbst das Engagement des Finanzinvestors OEP wird begrüßt, alle Zerschlagungsgerüchte haben sich zerstreut.

MÜNCHEN. Zum Jubiläum nimmt die Südchemie Anlauf zu einer neuen Wachstumsgeschichte. In diesem Jahr will der Spezialchemie-Konzern aus München mehr als 100 Mill. Euro in neue Werke und Verfahren investieren, im kommenden Jahr sollen es noch einmal fast 120 Mill. sein. „Wir investieren zwölf Prozent vom Umsatz in Innovationen, das ist für die Spezialchemie ein sehr hoher Wert“, sagte Vorstandschef Günter von Au aus Anlass des Firmenjubiläums. Für von Au sind die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auch ein Zeichen dafür, „dass die Anteilseigner an das Unternehmen glauben.“

Vor gut zwei Jahren war bei der Südchemie, die zu den Gründungsunternehmen der chemischen Industrie in Bayern zählt, der amerikanische Finanzinvestor One Equity-Partners eingestiegen. OEP, Teil von JP Morgan Chase, hatte von Großaktionären, darunter dem Finanzkonzern Allianz, 39 Prozent erworben und damals 35 Euro je Aktie bezahlt. Seither hat sich der Kurs in neue Dimensionen entwickelt, zum Jubiläumstag kostete das Papier etwa 89 Euro.

„Wir arbeiten mit OEP sehr konstruktiv zusammen“, sagte Karl Wamsler, Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats und Vertreter der Alteigentümer im Kontrollgremium. Befürchtungen in Industriekreisen, OEP strebe nach der direkten Mehrheit und könne die Südchemie später zerschlagen, hätten sich zerstreut. Knapp 30 Prozent der Aktien sind in Streubesitz, der Rest bei OEP und vier weiteren Altaktionären.

„Unsere Marktposition ist die beste Garantie für unsere Eigenständigkeit“, sagte der Vorstandschef. Die Südchemie sei als Spezialist Partner für beinahe alle weltweit aktiven Chemiekonzerne. Es wäre für alle Beteiligten daher ein Nachteil, sollte das Unternehmen Teil eines einzigen dieser Anbieter werden. „Das hat man verstanden in unserer Branche“, sagte von Au, der 2001 von der Wacker-Chemie zur Südchemie wechselte. Die Exit-Strategie von OEP sei daher eindeutig: „Der bevorzugte Weg unserer Partner, die Südchemie zu verlassen, ist durch einen Börsengang“, sagte der Vorstandschef.

Die hohe Volatilität der Aktie, die zwischenzeitlich ein Allzeithoch von 117 Euro erreicht hatte, erklärte von Au mit dem geringen Streubesitz. So hätten zwei Empfehlungen in Magazinen ausgereicht, um den Kurs über Wochen in unbekannte Höhen zu treiben. Jetzt habe sich die Lage aber wieder normalisiert. Die Aktie kostete am Wochenende knapp 90 Euro – für den Vorstandschef ist das Papier damit „vernünftig eingeordnet“.

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