Firmenübernahme
Evotec baut Medikamenten-Nachschub aus

Evotec übernimmt die Projektmanagementgesellschaft Bionamics. Diese besitzt berät nicht nur Universitäten und andere akademische Institute, sondern sie hält auch Rechte an zukunftsweisenden Forschungsprojekten.
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FrankfurtDie Biotechfirma Evotec übernimmt die Projektmanagementgesellschaft Bionamics und baut damit ihren Nachschub an Wirkstoffen für neue Medikamente aus. Bionamics hilft Universitäten und anderen akademischen Einrichtungen dabei, ihre Forschungsergebnisse zu vermarkten und sie an Interessenten aus der Pharma- und Biotechbranche zu verkaufen. Zudem verfügt die Firma über die Rechte an Forschungsprojekten, die nach neuartigen Wegen zur Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Multiple Sklerose suchen.

„Durch die Übernahme bekommen wir Zugang zu vielen guten Ideen“, sagte Evotec-Chef Werner Lanthaler der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Evotec zahle für die Übernahme zunächst weniger als eine Million Euro. Zudem winken den Bionamics-Besitzern erfolgsabhängige Zahlungen, falls sich ihre Forschungsprojekte gut weiterentwickeln. An der Börse kam das Geschäft an. Evotec-Aktien gewannen rund drei Prozent und waren damit größter Gewinner im Technologiewerteindex TecDax.

Evotec ist auf die Erforschung neuer Medikamente in einem frühen Stadium spezialisiert. Wenn das Unternehmen einen aussichtsreichen Wirkstoff entdeckt und erforscht hat, geht es Kooperationen mit großen Pharmakonzernen ein, die dann die kostspielige Weiterentwicklung der Mittel bis zur Markteinführung übernehmen. Evotec arbeitet unter anderem mit Roche, Novartis und Boehringer Ingelheim.

Interessante Projekte von Bionamics könne Evotec zunächst mit den eigenen Möglichkeiten vorantreiben und sie dann zu einem späteren Zeitpunkt an einen Pharmakonzern auslizenzieren, sagte Lanthaler. Zudem kehre im Rahmen der Übernahme Timm Jessen zu der Hamburger Firma zurück. Jessen war von 1997 bis 2004 Forschungsvorstand von Evotec und gründete Bionamics 2006. Das Unternehmen, das lediglich drei Mitarbeiter hat, wird mit öffentlichen Mitteln von bis zu 40 Millionen Euro unterstützt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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