Firmenübernahme
Procter&Gamble baut auf Lufterfrischer

Der weltweit größte Konsumgüterhersteller Procter & Gamble bastelt an seinem Produktportfolio: Offenbar steht der Konzern kurz vor der Übernahme des Geschäftes mit Lufterfrischern von Sara Lee. Für die Übernahme, die Medienberichten zufolge in den nächsten Tagen erfolgen soll, ist Procter bereit, bis zu 700 Mio. Dollar auf den Tisch zu legen.
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DÜSSELDORF. Zu der Duftsparte gehört unter anderem die Marke AmbiPur, mit der Sara Lee im Jahr knapp 500 Mio. Dollar umsetzt. Der Grund für den Kauf dürfte darin liegen, dass sich die Konsumgüterkonzerne neu orientieren müssen. Die wichtigsten Absatzmärkte in Europa und den USA sind bei Produkten wie Shampoos, Windeln, Zahnpasta und Kosmetik gesättigt. "Vor allem aus dem klassischen Waschmittelgeschäft kann nicht mehr soviel Wachstum erzielt werden", sagt Sebastian Frericks, Analyst beim Bankhaus Metzler.

Mit dem Erwerb von Sara Lee wagt Procter sich in ein Nischensegment, das laut Frericks gute Margen verspricht. Allerdings tummeln sich hier bereits auch andere Konsumgüterhersteller. Henkel etwa hat erst im September einen WC-Frische-Kreisel auf den deutschen Markt gebracht, der, an der Klorolle pappend, Zitrusduft verströmen soll. Auch in Amerika vertreibt der Konzern unter der Marke Renuzit erfolgreich Lufterfrischer. Der Deal von Procter und Sara Lee sei "eine gute Erweiterung, um für mehr Wachstumsimpulse zu sorgen", sagt Analyst Frericks.

Über die Fusion war bereits Ende Oktober spekuliert worden. Auch Procter-Konkurrent S.C. Johnson & Son Inc soll Interesse bekundet, sich aber nicht durchgesetzt haben. Sara Lee will sich künftig ganz auf das Geschäft mit Lebensmitteln und Getränken konzentrieren und hat deshalb bereits auch andere Unternehmensteile zum Verkauf gestellt. Das Körperpflegegeschäft mit Marken wie Duschdas, Badedas oder Sanex ging im September für 1,9 Mrd. Dollar an den britisch-niederländischen Konzern Unilever.

Weder Sara Lee noch Procter & Gamble wollten zu den Vorgängen Stellung nehmen. Auch bei der in Racine ansässigen S.C. Johnson war niemand für einen Kommentar zu erreichen.

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