Firmenvergleich
US-Konzerne sind wieder Gewinnmaschinen

Vor zwei Jahren haben es die 500 größten Konzerne in Europa geschafft, profitabler als die Konkurrenz aus den USA zu sein. Das ist vorbei. Während Europa abgeschlagen ist, werden die USA mehr und mehr zur Gewinnmaschine.
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DüsseldorfDie Freude währte nur kurz. Vor zwei Jahren war es den 500 größten Konzernen Europas zum zweiten Mal in der Nachkriegszeit gelungen, profitabler als ihre US-Rivalen zu wirtschaften. Doch die Euro-Schuldenkrise hat die Verhältnisse zurechtgerückt: 2011 setzten sich die Amerikaner mit Gewinnmaschinen wie Exxon Mobil, Chevron oder Apple wieder an die Spitze.

Mit 8,6 Prozent Nettoumsatzrendite wirtschafteten die US-Konzerne deutlich profitabler als die Konkurrenz in Europa, die auf eine Marge von 6,5 Prozent kommt. Dies zeigt die Handelsblatt-Studie "Firmenvergleich Europa/Amerika".

Auf umgerechnet 521 Milliarden Euro steigerten die 500 größten US-Konzerne (ohne Finanzbranche) ihre Ergebnisse - 14 Prozent mehr als 2010. Mit zweistelligen Milliardengewinnen überzeugten nicht nur die IT-Giganten Apple, Microsoft und IBM, sondern auch der Einzelhändler Wal-Mart, der Autobauer Ford, der Pharmaspezialist Pfizer, der Markenartikler Procter & Gamble und der Mischkonzern General Electric.

Dagegen verharrte die europäische Konkurrenz mit 506 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings: Hätten Europas Konzerne insgesamt so abgeschnitten wie die deutschen, sähe der Vergleich viel besser aus: Siemens, Linde, Henkel und SAP erzielten Rekordwerte und ließen die Konzerngewinne hierzulande um durchschnittlich sechs Prozent steigen. Spitzenreiter Volkswagen gelang sogar eine Verdopplung auf 15,8 Milliarden Euro.

Doch die Einbrüche vor allem in den von der Schuldenkrise geplagten Ländern Südeuropas konnten die Deutschen nicht ausgleichen - ebenso wenig wie die britischen Konzerne, die ihre Ergebnisse sogar um 40 Prozent steigerten. In Portugal sanken die Nettogewinne der Firmen um 69 Prozent, in Italien um 54, in Spanien um 37 Prozent und in Frankreich um sechs Prozent. Aber auch finnische Firmen mussten einen Gewinnrückgang von 55 Prozent verkraften. Grund ist die Abhängigkeit dieser Länder vom europäischen Markt, wo die Firmen durchschnittlich mehr als 50 Prozent ihrer Erträge erzielen.

Ökonomen haben wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung: "Der Abschwung im Euro-Raum hat im Mai weiter an Fahrt aufgenommen", sagt Chris Williamson vom Datenspezialisten Markit. Die Analysten der internationalen Finanzhäuser haben deshalb ihre Gewinnschätzungen für Europas Unternehmen um rund zehn Prozent nach unten korrigiert, für die Industrie gar um 15 Prozent. Auch deutsche Konzerne wie BASF, Siemens und VW müssen demnach 2012 mit Gewinnrückgängen von mehr als zehn Prozent rechnen.

Kommentare zu " Firmenvergleich: US-Konzerne sind wieder Gewinnmaschinen"

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  • Ohne nähere Betrachtung sagen diese Zahlen wenig aus.
    Das bei einer grundsätzlich gesunden Wirtschaft sich die Amerikaner schneller erholen ist nichts neues, dafür stürzen sie auch tiefer ab. das liegt in der Natur der Sache.
    In Europa glätten wir stärker durch staatliche Eingriffe.

    Aber schon die Auswahl der angegebenen Unternehmen macht recht deutlich, dass nur die Konzerne in USA boomen, die insgesamt zu den Innovativsten gehören.
    Für die größe des Landes ist das aber zu wenig.

    Fazit: Schon vor der Krise strukturell gesunde und innovative Unternehmen erholen sich nach einem tieferne Absturz in den USA schneller als bei uns. Der Preis dafür ist aber der tiefere Absturz.

    Über die Gesamtlage der US Wirtschhaft gegenüber Europa sagt das aber schlicht nichts aus.
    Natürlich ist die stärkere Glättung von Krisen in Europa nicht ohne Risiko, da der Beweis noch aussteht, dass die damit einhergehenden Staatsverschuldungen adäquat zurückgeführt werden können.
    Allerdings ist das diesmal, bei der uferlosen Verschuldung der USA, ebenso unsicher wie bei uns. jedenfalls verlangt diese Verschuldung eben auch höhere erträge, um wieder zurückgeführt werden zu können. Ob allerdings die Breite der Erholung in USA ausreichen wird, darüber sagt der Artikel schlicht nichts. Womit der Gewinn der wenigen Erfolgreichen schlicht irrelevant wäre.

    H.


  • mehr muss man dazu nicht sagen....

    http://www.washingtontimes.com/news/2012/may/31/demonstrators-heckle-bilderberg-attendees/?page=1

    Globale "Entscheidungsträger" auf dem Bilderberg Treffen in Chantilly/Virginia, USA
    Finanzen, Presse, etc.
    Vgl Kommentar zu "Syrien verlegt sich auf Verschwörungstheorie" heute morgen im HB

  • Hurra !!! Sie rollen den Berg hinauf.....
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/05/31/rueckschlag-fuer-obama-us-industrie-plant-massen-entlassungen/

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