First Automotive Works
Der Feind in der eigenen Fabrik

Schon seit über 20 Jahren läuft die Zusammenarbeit von VW und Chinas größtem Autobauer FAW. Die Partnerschaft wurde erst vor kurzem um weitere 25 Jahre verlängert. Doch das Vertrauen ist es erst einmal verloren.
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HamburgDie Zusammenarbeit begann überschaubar. 1988 arbeitete der deutsche Volkswagen-Konzern erstmals mit dem chinesischen Staatsunternehmen First Automotive Works (FAW) zusammen. In Lizenz bauten die Chinesen den Audi 100.

Drei Jahre später gründeten beide bereits ein gemeinsames Unternehmen, die FAW-Volkswagen Automotive Company in Changchun, einer Stadt mit mehr als sieben Millionen Einwohnern im Nordosten des Landes. 2011 feierten Deutsche und Chinesen 20 Jahre Partnerschaft. "Gemeinsam mit unserem Partner FAW haben wir die Mobilität in China maßgeblich geprägt und über 15 000 Arbeitsplätze geschaffen", sagte VW-Chef Martin Winterkorn zum Jubiläum vor 4 500 Gästen in Changchun.

Seit dem Produktionsstart hat das Joint Venture fast sechs Millionen Fahrzeuge produziert. Vergangenes Jahr verließen erstmals mehr als eine Million Autos der Marken VW und Audi die Tore der Fabriken von FAW-Volkswagen in Changchun, Chengdu und Dalian: vom VW Golf über Audi Q5 bis zur Langversion des A6.

Seit 1995 ist Volkswagens Premiumtochter Audi ebenfalls Gesellschafter des Joint Ventures. FAW gehören 60 Prozent, Volkswagen 20 Prozent, VW China und Audi jeweils zehn Prozent. Dem Aufsichtsrat, Board of Directors genannt, von FAW-VW gehört bereits seit Jahren Volkswagens Konzernvorstand Jochem Heizmann an, der offiziell ab kommender Woche den in Wolfsburg in Ungnade gefallenen bisherigen China-Chef Karl-Thomas Neumann in Peking ablöst.

Die Wahl für die Führung des wichtigsten Markts China fiel auf Heizmann, weil er ein langjähriger Vertrauter Winterkorns seit gemeinsamen Tagen bei Audi in den 80er-Jahren ist und weil er als ausgewiesener Produktionsexperte gilt. Volkswagen baut in immer kürzeren Abständen neue Fertigungskapazitäten auf. Vergangenes Jahr startete FAW-Volkswagen den Bau eines neuen Werks in Foshan im Süden des Landes. Dort sollen 300 000 Autos jährlich vom Band laufen.

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