Flaute beim Chip-Geschäft
Carl Zeiss will weiter zukaufen

Der Technologiekonzern Carl Zeiss bekommt den Abschwung im wichtigen Halbleitergeschäft zu spüren. Im ersten Halbjahr 2007/08 hat das Unternehmen lediglich drei Prozent mehr Aufträge hereingeholt - deutlich weniger als gewöhnlich. Carl Zeiss hat nun kleinere Unternehmen im Visier, um die Chip-Flaute mit anderen Sparten zu kompensieren.

STUTTGART. "Der schwächere Auftragseingang kommt nur aus der Halbleiterindustrie und ist von uns erwartet. Die Nachfrage in den übrigen Sparten Messtechnik, Mikroskopie und Optische Geräte ist trotz des starken Euro gut", sagte Vorstandschef Dieter Kurz.

Am Halbleitermarkt sind die Preise wegen schwacher Nachfrage vor einiger Zeit ins Rutschen gekommen. Das zyklische Geschäft in der Halbleiterbranche bereite ihm "keine wirklichen Sorgen", betonte Kurz. In einer solchen Situation würden nun mal keine neuen Fabriken gebaut. Darüber hinaus treffe der Abschwung der Branche Carl Zeiss nur in abgeschwächter Form. Das Unternehmen stellt selbst keine Chips her, sondern rüstet die Halbleiter-Produzenten mit Fertigungs- und Prüftechnik aus.

Zwei von drei Objektiven auf der Welt zur Belichtung von Halbleitern kommen von Carl Zeiss. Auch wenn keine neuen Fabriken gebaut würden, so bräuchten die Chiphersteller auch im Abschwung immer die neuesten Objektive - die können pro Stück um die sechs Mill. Euro kosten -, um bei der Entwicklung der nächsten Chip-Generation mithalten zu können.

Im ersten Halbjahr konnte die Sparte den Umsatz noch um 16 Prozent auf 610 Mill. Euro steigern. Das sei bis Jahresende nicht zu halten. Um das Halbleitergeschäft anzukurbeln, werden die Investitionen in den Auslandsvertrieb erhöht. Dabei baut das Unternehmen Kundencenter in Massachusetts und Singapur auf, um die Kunden vor Ort die Rasterelektronenmikroskope und Helium-Ionen-Mikroskope selbst testen zu lassen.

Kurz kennt seine größte Sparte wie seine Westentasche. Vor seiner Berufung zum Unternehmenschef hatte er die Sparte vor über zehn Jahren mit einem kleinen Team quasi aus dem Boden gestampft. Für die hochmoderne Reinstraumfertigung wurde vor einigen Jahren eine eigene Fabrik in Oberkochen hochgezogen.

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