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08.01.2009 
Lyondell-Basell unter Druck

Flaute zwingt Chemieriesen in die Knie

von Siegfried Hofmann

Lyondell-Basell meldet für große Teile des Geschäfts Insolvenz an. Der Konzern leidet unter seiner enormen Schuldenlast und der einbrechenden Konjunktur. Die Pleite gilt als Indiz für die wachsenden Probleme im Chemiesektor.

FRANKFURT. Mit einem Insolvenzverfahren für seine US-Aktivitäten versucht der Chemieriese Lyondell-Basell einen Teil seiner erdrückenden Schuldenlast abzuwerfen. Der niederländisch-amerikanische Konzern beantragte am Dienstagabend für seine Tochter Lyondell Chemicals und weitere 79 US-Konzerngesellschaften Gläubigerschutz nach Chapter 11 der amerikanischen Insolvenzgesetze. Außerdem wurde auch für die deutsche Holding Basell Germany Insolvenz beantragt. Die übrigen Einheiten der Gruppe sollen regulär weitergeführt werden.

Insgesamt ist der Konzern mit brutto rund 26 Mrd. Dollar verschuldet. Rund 19 Mrd. Dollar davon entfallen auf die Gesellschaften, für die Lyondell-Basell nun Gläubigerschutz beantragt hat. Gemessen an diesen Summen, dürfte es sich um die weltweit zweitgrößte Industriepleite nach dem Zusammenbruch des Telekomkonzerns Worldcom im Jahr 2002 handeln.

Die aktuelle Finanz- und Konjunkturkrise fordert damit ihr bisher prominentestes Opfer im Industriesektor. Kreditfachleute gehen davon aus, dass Geldgeber und Geschäftspartner des Chemieriesen im Rahmen der nun anstehenden Restrukturierung der Schulden auf bis zu acht Mrd. Dollar verzichten müssen. Betroffen davon dürften vor allem Gläubiger mit unbesicherten Forderungen sein, darunter auch der deutsche Chemiekonzern BASF mit Forderungen von mehr als 200 Mio. Dollar.

Zugleich gilt die Lyondell-Pleite als weiteres Indiz für die wachsenden Probleme im Chemiesektor. "Dies wird sicherlich nicht der einzige Ausfall in der Branche bleiben", sagte Tobias Mock, Branchenexperte der Ratingagentur Standard & Poor?s. Hintergrund ist der drastische Einbruch in der Chemiekonjunktur, der praktisch alle hochverschuldeten Unternehmen unter starken Druck setzt. Dazu zählen in Europa Konzerne wie Cognis, Brenntag Holding sowie die britische Ineos, in den USA Konzerne wie Hexion, Huntsman oder Celanese.

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