Industrie
Fleischskandal: Betrugsmasche lief in Betrieb schon länger

Der Fleischskandal in Niedersachsen scheint größere Ausmaße anzunehmen als bisher bekannt. Ein Sprecher des Agrarministeriums sagte am Samstag, „man kann davon ausgehen, dass das Prinzip schon länger läuft.“ Es sei nicht unwahrscheinlich, dass Fleisch in den Handel gelangt sei.

HB HANNOVER/OLDENBURG. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hatte einen Betrieb in Lastrup bei Cloppenburg geschlossen, nachdem vor etwa 14 Tagen eine Mitarbeiterin der insolventen Firma berichtet hatte, dort sei gefrorenes Fleisch unsachgemäß aufgetaut und als Frischfleisch in den Handel gebracht worden.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG/Hamburg) sei Anfang des Jahres von zwei Mitarbeitern über solche Praktiken in dem Betrieb informiert worden, bestätigte ein Gewerkschaftssekretär dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die NGG habe ihnen geraten, mit ihrem Wissen zur Polizei zu gehen ­ was diese aus Angst vor Kündigung aber nicht gewagt hätten.

Der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg forderte deshalb, den Informantenschutz für Mitarbeiter in der Lebensmittelbranche zu erhöhen. Der Gesetzgeber müsse verhindern, dass Arbeitgeber über die Akteneinsicht herausfinden können, wer ihre Praktiken verraten hat. „Die Zahl der Lebensmittel-Skandale in jüngster Zeit zeigt, dass dringend gehandelt werden muss ­ zumal die staatlichen Kontrollen nicht ausreichen“, sagte Möllenberg.

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