Fluggesellschaften
Airbus gibt Ryanair einen Korb

Der Gedanke war gut, allein die Ausführung bereitet Probleme. Der irische Billigflieger Ryanair, bekannt als harter Geschäftspartner, hatte bei Airbus um deftige Rabatte für Hunderte Maschinen nachgefragt. Doch trotz einbrechender Nachfrage blockte das Airbus-Management das Begehren ab.

FRANKFURT. „Wir werden unsere Flugzeuge nicht unter Wert verkaufen“, sagte ein Sprecher bei Airbus. Anfang der Woche hatte Ryanair die Branche mit der Information aufgeschreckt, man plane die Anschaffung von 300 bis 400 neuen Flugzeugen. Ryanair-Manager Michael Cawley erklärte, das Unternehmen befinde sich bereits in Gesprächen mit Boeing und Airbus. Die Maschinen sollten innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate bestellt werden.

Ganz bewusst verwies der Ryanair-Manager dabei auf die aktuelle Krise in der Luftfahrtbranche. Angesichts der einbrechenden Nachfrage haben erste Airlines Flugzeugbestellungen ausgesetzt. Das wollte Ryanair nun nutzen. Doch der Korb aus Toulouse zeigt, dass zumindest Airbus trotz dieser schwächeren Nachfrage nicht bereit ist, jede Forderung der Airlines zu erfüllen. Zugleich habe man damit ein Zeichen setzen wollen gegen einen noch härteren Preiskampf, heißt es im Umfeld des Unternehmens. Dies könne sich der Konzern angesichts eines Auftragsbestandes von 3 700 Maschinen aber auch leisten.

Ob nun Boeing zum Zuge kommen wird, ist offen. Der Airbus-Rivale leidet stärker unter der Krise. Zudem war Ryanair in den USA Anfang 2002, als die Luftfahrtbranche nach den Terrorattacken am Boden lag, mit einem ähnlichen Plan schon einmal erfolgreich. Damals bestellten sie 100 Maschinen bei Boeing, dazu eine Option auf 50 weitere Flugzeuge. Der Deal wurde mit einem großen Rabatt von Boeing belohnt.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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