Flugschau in Farnborough
Neue Milliarden-Aufträge für Airbus und Boeing

Die Flugzeughersteller Airbus und Boeing haben den Kampf um neue Aufträge auf der Flugschau im britischen Farnborough eröffnet. Die ersten Bestellungen mit Milliardenvolumen haben beide in der Tasche.

HB FARNBOROUGH. Der US-Konzern Boeing teilte am Montag auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in der Nähe von London mit, für 50 Maschinen vom Typ 737 Bestellungen aus Dubai erhalten zu haben. Die Flugzeuge, die einen Wert von knapp vier Mrd. Dollar haben, sollen an Fly Dubai gehen.

Erzrivale Airbus, Tochter des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, konterte umgehend: Die staatliche saudi-arabische Fluglinie habe acht Maschinen des Typs A330 bestellt, hieß es. Die Jets haben nach Listenpreisen einen Wert von 1,6 Mrd. Dollar.

Weitere Aufträge für die beiden Konzerne dürften folgen. Allerdings rechnen Experten mit einem langsameren Tempo als in den Vorjahren. Der rasant gestiegene Ölpreis, die Finanzkrise sowie die schwächeren Konjunkturprognosen für weite Teile der Welt machen den Fluglinien das Leben schwer. Vor allem in Europa und Amerika stiegen die Preise für Flugtickets, zahlreiche Anbieter kämpfen ums Überleben. Dagegen investieren Staaten im Nahen und Mittleren Osten, die als Förderer vom hohen Ölpreis profitieren, in größere Flotten.

Mit Spannung erwartet wird diese Woche ein Großauftrag der Fluglinie Etihad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der vermutlich zwischen Boeing und Airbus aufgeteilt wird. Etihad hatte im Vorfeld der Flugschau angekündigt, bald 50 bis 100 neue Maschinen in Auftrag geben zu wollen. Die Europäer können zudem auf Orders von Qatar Airways hoffen.

Airbus erwartet insgesamt einen deutlichen Schub durch die Flugschau und versucht, wegen der hohen Ölpreise seinen Großraumflieger A380 ins Rampenlicht zu rücken. Dieser ist moderner und damit sparsamer als viele Vorgängermodelle. Boeing argumentiert dagegen, die Kunden benötigten solche riesigen Maschinen mit 525 Plätzen und mehr kaum.

EADS kämpft neben Problemen beim A380 und dem Militärtransporter A400M derzeit mit dem massiven Dollarverfall. Das zunächst auf Airbus beschränkte Sparprogramm "Power8" soll EADS-Chef Louis Gallois zufolge nun auf den ganzen Konzern ausgeweitet werden. Mit Power8 wollte EADS bislang 2,1 Mrd. Dollar bis 2010 einsparen - durch den Verkauf von Werken sowie den Abbau von 10 000 Stellen.

Der von Deutschland und Frankreich dominierte Konzern peilt 2008 einen operativen Gewinn von 1,8 Mrd. Euro an, nachdem es 2007 nur 52 Mill. waren. Die Prognose basiert auf einem Eurokurs von 1,45 Dollar. Derzeit kostet die europäische Gemeinschaftswährung aber fast 1,60 Dollar. Als Faustregel gilt, dass zehn Cent Wechselkursverschlechterung Airbus im Jahr etwa eine Milliarde Euro an Ergebnis kostet. Der Flugzeugbauer will daher seit langem seine Aktivitäten im Dollarraum stärken, um gegen Wechselkursschwankungen weniger anfällig zu sein.

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