Flugsicherheit
Ursachensuche kann lange dauern

Alle Augen richten sich jetzt auf die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA). Das Institut in Köln ist zuständig für die Zulassung von Triebwerken in Europa. Auch die Hersteller von Flugzeugen müssen eine Zertifizierung durchlaufen, bevor ihre Produkte eingesetzt werden dürfen.
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dhs/HB. Jetzt untersucht die EASA, ob die Qantas-Triebwerke grundsätzliche Fehler haben könnten. Ein Sprecher der EASA sagte gestern: "Wir sind weiterhin auf der Suche nach der Unfallursache. Wir können noch nicht sagen, wie lange das dauert. Solange wir aber keine Ergebnisse haben, geben wir keine Empfehlung heraus."

Der Ölaustritt bei den australischen Riesen-Airbussen passt in verblüffender Weise zu einer Direktive, die die EASA bereits am 4. August dieses Jahres herausgegeben hat. Die Kölner Experten hatten Materialermüdung beim nun betroffenen Triebwerk Trent 900 festgestellt - just an ölgeschmierten Lagern in der Mitteldruckturbine.

Genau dort soll der Schaden in Singapur entstanden, genau dort soll eine Turbinenscheibe geplatzt sein. In der EASA-Direktive Nummer 2010-0008R1 hatte es geheißen, dies könne bei einer Verkettung von Faktoren zum Austritt von Öl führen. Bei der enormen Hitze könne sich das Öl entzünden und so zu Materialschäden führen. Der Zusammenhang ist zwar längst nicht bewiesen, aber denkbar. Für Aufklärung kann hier wohl nur Rolls-Royce selbst sorgen.

Nachbesserungen kann die Luftsicherheitsagentur jederzeit verlangen. Vor drei Monaten hatte sie Rolls-Royce aufgefordert, den Problemen nachzugehen und regelmäßige Inspektionen durchzuführen. Umgekehrt kann die Fluggesellschaft auftretende Probleme an den Hersteller melden, von denen dann wiederum die Agentur unterrichtet wird. Es bestehe ein "engmaschiges System", heißt es bei der Luftsicherheit.

Den Airbus A380, an dem die Schäden nun aufgetreten sind, hatte die EASA im Dezember 2006 zugelassen, das jetzt in der Kritik stehende Triebwerk von Rolls-Royce bekam bereits 2004 das amtliche O.K. Neben der Zulassung von Fluggeräten erteilt die EASA auch Genehmigungen an die Unternehmen, Flugzeuge oder Maschinenteile entwickeln, herstellen und warten zu dürfen.

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