Flugzeubauer wegen Lieferverzögerungen beim Dreamliner unter Druck
Boeing-Kunden auf dem Sprung zu Airbus

Die Lieferverzögerungen beim neuen Prestige-Modell Dreamliner 787 setzen den US-Flugzeugbauer Boeing zunehmend unter Druck. Der langjährige Boeing -Kunde Japan Airlines erwägt Unternehmenskreisen zufolge den Kauf des 787-Konkurrenzmodells A350 XWB vom europäischen Hersteller Airbus.

HB TOKIO/SINGAPUR. "Das Risiko, bei der Beschaffung von Flugzeugen der nächsten Generation von einem Hersteller abhängig zu sein, ist groß", sagte ein Firmenvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Freitag. JAL hatte sich ursprünglich deshalb für den Kauf von 55 der Boeing -Maschinen entschieden, weil die Flugzeuge vergleichsweise wenig Treibstoff verbrauchen. Zudem wollte das Unternehmen mit dem ausschließlichen Kauf der Boeing -Langstreckenjets die Kosten für Wartung, Ersatzteile und Pilotentraining begrenzen.

Doch angesichts rasant steigender Kraftstoffpreise wolle JAL nun möglichst schnell auf mittelgroße Jets wie den A350 wechseln, um so Sprit zu sparen. Wieviele Airbus -Maschinen für die Japaner in Frage kommen, war zunächst nicht klar.

Nach derzeitigem Stand soll der erste A350 Mitte nächsten Jahrzehnts ausgeliefert werden. Boeing hatte im Januar die zweite Verzögerung für die 787-Jets angekündigt und damit wachsenden Zorn der Kunden auf sich gezogen. Die Erstauslieferung ist nun frühestens für Anfang 2009 geplant. Boeing hat weitere Verzögerungen aber nicht ausgeschlossen. Den ersten Dreamliner soll der japanische Anbieter All Nippon Airways erhalten, der wie andere Fluggesellschafte Ansprüche auf Entschädigungszahlungen erwägt.

Die Branche achtet bereits seit längerem aufmerksam darauf, ob "Dreamliner"-Kunden zu Airbus wechseln könnten. Der zum europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS gehörende Konzern hatte erst am Mittwoch bekräftigt, dass der A350 pünktlich ausgeliefert werde. Airbus habe die Lehren aus den Verzögerungen beim Super-Jumbo A380 gezogen, sagte Chefverkäufer John Leahy.

Die Leasingtochter der Bank of China, BOC Aviation, bestellte unterdessen auf der Luftfahrtmesse in Singapur fünf Airbus -Frachtmaschinen vom Typ A330-200F. Der Auftrag habe ein Volumen von 875 Mill. Dollar. Für Airbus war dies der erste Auftrag bei dem Branchentreffen. Boeing hatte am Dienstag eine Bestellung aus Indonesien im Volumen von sechs Mrd. Dollar bekanntgegeben.

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