Flugzeug soll in Sachen Wirtschaftlichkeit neue Maßstäbe setzen
Boeing setzt alle Hoffnung auf neuen Jet

Der US-Konzern Boeing will mit einem neuen, besonders sparsamen Flugzeug aus der Krise fliegen. Der Boeing-Aufsichtsrat wird am Montag aller Voraussicht nach den Programmstart des Jets 7E7 „Dreamliner“ absegnen, dessen neue Technologien in einigen Jahren alle heutigen Boeing-Jets ablösen sollen. „Es wäre schon extrem überraschend, wenn der Boeing-Verwaltungsrat dieses Schlüsselprojekt noch stoppen würde“, sagte ein Boeing-Manager dem Handelsblatt. Vom Dreamliner könnten in den kommenden 20 Jahren rund 2 000 bis 3 000 Stück verkauft werden.

DÜSSELDORF. „Der Konzern hat keine andere Wahl“, sagte Richard Aboulafia, Luftfahrtexperte der US-Unternehmensberatung Teal Group. Boeing sei nach Flops wie der Programmeinstellung des fast schallschnellen Jets Sonic Cruiser sowie den jüngsten Skandalen um unsaubere Geschäftspraktiken derart in die Kritik geraten, dass man sich keinen weiteren Imageschaden leisten könne. Mit dem Rücktritt von Vorstandschef Phil Condit hatte die Krise des weltgrößten Luft- und Raumfahrtkonzerns Anfang Dezember ihren Höhepunkt erreicht. Nach Informationen des Wall Street Journals hat die Staatsanwaltschaft jetzt ein Ermittlungsverfahren gegen den früheren Boeing-Finanzvorstand Michael Sears und die frühere Pentagon-Chefeinkäuferin Darleen Druyun eingeleitet. In der Untersuchung geht es um Verträge zwischen Boeing und Druyun, als diese noch für das Pentagon arbeitete.

Vor allem im zivilen Flugzeugbau verzeichnet der Ex-Monopolist herbe Einbrüche. Mit der geplanten Auslieferung von 300 Flugzeugen wird Airbus seinen US-Rivalen im laufenden Jahr erstmals bei der Produktion überflügeln. Branchenexperten erwarten, dass die Europäer die Führungsposition wegen des weit höheren Auftragsbestands über viele Jahre halten werden. Die neue 7E7, die 2008 auf den Markt kommen und die kaum noch nachgefragten Baureihen 757 und 767 ablösen soll, habe „das Potenzial, das Blatt zu wenden“, sagte der neue Boeing-Konzernchef Harry Stonecipher zum Amtsantritt.

Für den US-Konzern wäre der Dreamliner der erste neue Jet seit der 777, die in den frühen 90er-Jahren entwickelt wurde. Die 7E7 soll um 15 % günstiger fliegen als die erfolgreiche A330-200 von Airbus und in Sachen Wirtschaftlichkeit neue Maßstäbe setzen. Boeing plant zwei Langstreckenversionen mit 200 und 250 Sitzen sowie ein Modell für kürzere Strecken und bis zu 300 Passagiere. Als Erstkunde für die Kurzstreckenversion ist auch die Lufthansa im Gespräch. Die Entwicklungskosten sollen Analysten zufolge bei acht Mrd. Dollar liegen.

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