Flugzeugauslieferung
Airbus und Boeing stehen vor der Bewährungsprobe

Das war wieder ein Jahr der Verkäufer: Fast 2 500 neu bestellte Verkehrsflugzeuge haben Airbus und Boeing im vergangenen Jahr in die Bücher genommen. Jetzt müssen die beiden größten Flugzeughersteller die bestellten Maschinen endlich auch ausliefern. Doch das gestaltet sich schwieriger als erwartet.

MÜNCHEN. Mehr als anderthalbmal so viele Bestellungen haben Airbus und Boeing im vergangenen Jahr aufgenommen wie das Duopol in der gleichen Zeit produziert hat. "Wir erleben den längsten Boom der Geschichte", freut sich Airbus -Chef Tom Enders. Allein der europäische Flugzeughersteller sitzt auf einem Auftragsbuch im Wert von rund 250 Milliarden Euro.

Doch der Boom hat das Duopol längst an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit gebracht. Airbus hat das schon 2006 eingestehen müssen. Interne Fehlplanungen führten beim Riesenairbus A380 zu schweren Produktionspannen, mit 18 Monaten Verspätung ging am 15. Oktober 2007 die erste A380 an Singapore Airlines. Für Airbus sind die Lieferpannen ein Desaster: Strafzahlungen und zusätzliche Produktionskosten summieren sich bis 2010 auf fünf Milliarden Euro.

Das Drama fand auch 2007 eine Fortsetzung: Die A400M, der von Airbus geplante Militärtransporter, wird ebenfalls sechs bis zwölf Monate Verspätung haben. Airbus und die Triebwerkshersteller bekommen die Probleme der mächtigen Turbopropmotoren nicht in den Griff. Anfang November bezifferte die Airbus -Mutter EADS die Mehrkosten auf 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro, nun drohen dem Konzern rote Zahlen für das Gesamtjahr.

Doch auch der Konkurrent patzte. Der Dreamliner, das neue Langstreckenflugzeug der Amerikaner, kämpft mit großen Produktionsproblemen. Als Boeing die erste Maschine im Juli der Öffentlichkeit vorstellte, mussten provisorische Nieten den nicht flugfähigen Prototyp zusammenhalten. Im Herbst verschob Boeing die Erstauslieferung der Maschine von Mai auf Dezember 2008. Mit 700 Festbestellungen ist der Dreamliner schon jetzt die erfolgreichste Neueinführung in der Geschichte der Flugzeugindustrie.

So wird 2008 das Jahr der Produktion. Das Duopol hat die Geduld seiner Kunden strapaziert, es geht jetzt auch um die Glaubwürdigkeit der Manager in Toulouse und Seattle. Sie müssen beweisen, dass sie in der Lage sind, ihre Riesenauftragsbücher auch in profitables Wachstum umzusetzen.

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