Flugzeugbau
Produktionsrekord bei Boeing und Airbus

Boeing und Airbus bauen in diesem Jahr 970 neue Flugzeuge - trotz Wirtschaftskrise soviele wie nie zuvor. Doch schon im nächsten Jahr stehen beide Konzerne vor heftigen Produktionskürzungen von bis zu 30 Prozent. Für die europäische EADS-Tochter wäre es erst die zweite Produktionskürzung überhaupt.

NEW YORK. Die beiden größten Verkehrsflugzeughersteller werden im laufenden Jahr gemeinsam einen neuen Produktionsrekord aufstellen - und zwar ungeachtet der Finanzkrise und entsprechend sinkenden Passagierzahlen. Mindestens 970 neue Flugzeuge werden die Produktionshallen der beiden Konzerne Boeing und Airbus verlassen. Der alte Rekord von 914 Exemplaren aus dem Jahr 1999 wird damit übertroffen.

Im kommenden Jahr stehen Boeing und die EADS-Tochter Airbus dann aber vor scharfen Produktionskürzungen von bis zu 30 Prozent bei den kleinen und umsatzstarken Modellen wie dem A320 und der Boeing 737. Das ergab eine Umfrage des Nachrichtendienstes Bloomberg unter Luftfahrtanalysten. Für das europäische Airbus-Konsortium wäre es erst die zweite Produktionskürzung überhaupt.

Die kleineren Flugzeugtypen mit nur einem Mittelgang in der Kabine und 100 bis 170 Sitzen bilden bislang die Hauptumsatzbringer für beide Unternehmen. Boeing und Airbus teilen sich den Weltmarkt für diese Flugzeuge jeweils ungefähr zur Hälfte. Mit den hier erzielten Erträgen werden die hohen Entwicklungskosten für künftige Modelle wie den Boeing 787 Dreamliner finanziert.

Airbus will nach dem Anlaufen der Produktion des Großraumfliegers A380 die Entwicklung des kleineren A350 bis 2013 abschließen. Zugleich verschlingt der immer wieder mit Problemen kämpfende Militärtransporter A400M derzeit 100 Mio. Euro pro Monat.

Boeing verfügt in diesen Zeiten über Vorteile. Der Konzern hatte den Markt über Jahrzehnte dominiert und ist an Produktionskürzungen in Rezessionsphasen eher gewöhnt als der Konkurrent aus Europa. Selbst scharfe Einschnitte um ein Drittel wurden bei Boeing in der Vergangenheit bereits vollzogen. Airbus hingegen verfügte in den neunziger Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts nur über einen Weltmarktanteil von rund 20 Prozent, hat nennenswerte Einschnitte in die Produktion bislang immer vermieden und allenfalls das Wachstum abgebremst. Zugleich erschweren in Europa geltende Kündigungsschutzgesetze einen Stellenabbau.

Quelle: Bloomberg

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