Flugzeugbauer
Airbus befürchtet Stellenabbau

Die Auftragsbücher sind prall gefüllt und dennoch stellt sich Airbus auf die Möglichkeit von Produktionskürzungen und Stellenabbau im kommenden Jahr ein. Denn viele Kunden haben wegen der weltweiten Kreditkrise Probleme, die Übernahme von Flugzeugen zu finanzieren.

HB PARIS. „Wir schließen weitere Maßnahmen nicht aus, wenn die Lage sich verschlimmert“, sagte Airbus-Chef Tom Enders am Montagabend vor Fachjournalisten in Paris. Die Zeitarbeiter gäben eine „Flexibilität nach unten“. Erst kürzlich hatte die Tochtergesellschaft des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS die geplante Aufstockung der monatlichen Fertigung von Mittelstreckenjets von 36 auf 40 Maschinen auf Eis gelegt.

Airbus sei bereit, den Kunden bei der Finanzierung zu helfen, sagte Enders. Ende Oktober habe Airbus dafür 1,2 Mrd. Dollar bereitgestellt. „Wir haben noch Spielraum.“ Vor zehn Jahren hatte Airbus bereits Finanzierungshilfen in fünffacher Höhe gegeben. Trotz Abbestellungen von Flugzeugen rechnet Airbus aber laut Enders damit, in diesem Jahr „mehr als 800 Flugzeuge zu verkaufen“. Das zu Jahresbeginn genannte Ziel von 850 Maschinen sei weiter gültig.

Daneben bot Enders auch den von der Kreditknappheit gefährdeten strategischen Zulieferern Unterstützung an. Wie in Frankreich könne man in Deutschland einen Hilfsfonds auflegen, sagte Enders. Beziffern wollte er den Vorschlag aber nicht. „Wir brauchen zudem 2009 erheblich mehr Unterstützung der Staaten bei der Finanzierung der Kunden.“ Finanzhilfen wie Kreditversicherungen für Flugzeugkäufe seien auch der beste Weg, um über die Produktion die Zulieferer zu unterstützen.

Außerdem gab Airbus bekannt, dass es weiterhin erhebliche Probleme mit dem neuen Militärtransporter A400M gibt: „Wir fragen uns, wann wir die Maschine fliegen können“, sagte Airbus-Chef Tom Enders am Montagabend in Paris. Die neu entwickelten Turboprop-Motoren seien nicht einsatzfähig. Einen Termin für den Erstflug und die erste Kundenauslieferung wollte Enders nicht geben. „Wir haben schon mehr als ein Jahr Verspätung“, sagte er.

„In den nächsten drei bis vier Wochen wird hoffentlich ein Testflugzeug fliegen, das ein A400M-Triebwerk und drei andere Triebwerke hat“, sagte Enders. Das bedeute aber nicht, dass das Programm damit wieder in den Zeitplan einsteige. Das Problem sei die elektronische Triebwerksteuerung. „Die Auswahl des Herstellers war eine politische Entscheidung. Wir bedauern das. Aber das ist Vergangenheit“, sagte Enders.

Das Triebwerk wird von den Herstellern der Airbus-Länder gebaut, darunter der deutschen MTU. Das Konsortium hatte zuvor keine Erfahrung mit Turboprop-Motoren dieser Größenordnung. Die Kunden, darunter als größter Besteller die Bundeswehr, haben laut Vertrag Anspruch auf Entschädigung bei Verzögerungen. Airbus möchte aber umgekehrt die Kunden an den Mehrkosten beteiligen. Die Tochtergesellschaft des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS hat schon große Rückstellungen wegen der A400M gebildet.

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