Airbus-Produktion in Toulouse

Den meisten betroffenen Mitarbeitern könnten Stellen in Bereichen angeboten werden, wo die Produktion hochgefahren werde.

(Foto: AFP)

Flugzeugbauer Airbus bestätigt Konzernumbau – bis zu 3700 Stellen betroffen

Der Flugzeugbauer Airbus drosselt die Produktion der Flugzeuge A380 und dem A400M. Tausende Stellen in vier Ländern könnten wegfallen.
Update: 07.03.2018 - 16:57 Uhr 1 Kommentar

ParisBeim europäischen Flugzeugbauer Airbus stehen Stellenstreichungen und -verlagerungen bevor. Die Produktion des Großraumflugzeugs Airbus A380 werde von 2020 an auf sechs pro Jahr reduziert, vom Militärtransporter A400M sollen dann acht pro Jahr gebaut werden.

Von den Kürzungen seien bis zu 3.700 Stellen in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien betroffen, bestätigte Airbus am Mittwoch. Darüber werde nun mit den Sozialpartnern gesprochen.

Umschichtungen innerhalb von Airbus

Bereits Anfang der Woche hatte der Konzern gesagt, Berichte über einen solchen Stellenabbau seien „überzogen“. Den meisten betroffenen Mitarbeitern könnten Stellen in Bereichen angeboten werden, wo die Produktion hochgefahren werde, so das Unternehmen am Mittwoch.

Airbus will aber den meisten betroffenen Mitarbeitern neue Stellen im Unternehmen anbieten. Bisher wurde schon häufiger Personal auf andere Programmaktivitäten verlagert, die Mobilitätsrate im Jahr beträgt nach Airbus-Angaben zwölf Prozent. „Airbus ist zuversichtlich, den meisten der betroffenen Mitarbeitern in Programmen, die sich derzeit im Hochlauf befinden, neue Stellen innerhalb des Unternehmens anbieten zu können“, hieß es in einer Erklärung.

Als wichtigen Grund für den Schritt nun nennt Airbus, dass die Produktionsraten beim Großraumflugzeug A380 und Militärtransporter A400M angepasst werden müssen. Ab 2020 sollen nur noch sechs A380 im Jahr produziert werden, dieses Jahr sind es noch zwölf, im kommenden Jahr acht. Im Jahr 2020 sollen auch nur noch acht A400M hergestellt werden – dieses Jahr sind es noch 15.

In Frankreich hatten Medien zuvor berichtet, dass bei Airbus Tausende von Stellen gestrichen oder verlagert werden sollen, von 3600 Jobs war die Rede und das, obwohl der Konzern 2017 seinen Gewinn verdreifacht hat. Vor allem deutschen Airbus-Werken in Augsburg und Bremen drohe massiver Jobverlust, hieß es. Aber auch Sevilla sei betroffen. Details dazu, welche Städte wie stark vom Umbau betroffen sind, gab Airbus bisher aber auch nach dem Treffen mit den Europäischen Betriebsrat nicht bekannt. Es soll noch mehrere Treffen geben, um die Pläne abzustimmen.

Gewerkschaftskreise in Deutschland verweisen auf Zukunftsvertrag

Bei der Bilanzpressekonferenz hatte Airbus kürzlich nicht nur die Verdreifachung des Gewinns bekanntgeben, sondern auch angekündigt, die Auslieferung neuer Flugzeuge von 718 im vergangenen Jahr auf 800 zu steigern, davon 600 der erfolgreichsten Familie A320.

Die Gerüchte von Jobstreichungen überraschten deshalb. Es wurde spekuliert, dass die Umstellungen sowohl beim A380 als auch beim Militärtransporter A400M nicht so starke Auswirkungen haben dürften. Ursache könnten eher sein, dass es mit den Motoren des A320neo weiter Probleme gibt und damit Auslieferungsschwierigkeiten. Die Motorenlieferanten Pratt and Whitney kommen ihren Verpflichtungen nicht nach.

In Gewerkschaftskreisen in Deutschland wird ohnehin auf einen zwischen Airbus Deutschland und IG Metall abgeschlossenen Zukunftsvertrag verwiesen, der bis Ende 2020 die deutschen Airbus-Orte sichert. Schon seit längerem soll auch schon mit den Sozialpartnern über den Produktionsrückgang der beiden Flugzeuge beraten werden.

Der Airbus-Frachter der Superlative
Der Beluga XL
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Die fertige Hülle des Beluga XL verließ diesen Monat den Montage-Hangar in Toulouse, Frankreich. Der neue Super-Transporter von Airbus ist nach Angaben des Flugzeugbauers eines der größten existierenden Flugzeuge überhaupt. Zur Einschätzung der Dimensionen: Der Transporter wäre in der Lage, in seinem Frachtraum gleichzeitig zwei Jets vom Typ A350 XWB zu transportieren.

Flugzeug für den Flugzeug-Transport
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Airbus plant eine ganze Flotte von Beluga XL in Dienst zu stellen. Die Transportflugzeuge sollen genutzt werden, um komplette Flugzeugteile von verschiedenen Airbus-Standorten in Europa zu den finalen Fertigungsstrecken in Frankreich, Deutschland und Spanien zu transportieren. Seine ersten Testflüge soll dieser Beluga XL nach Installation der Jet-Turbinen bereits 2018 absolvieren.

Ein A330 als Basis
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Basis für den Beluga XL ist ein anderes Airbus-Großraumflugzeug: Der A330-200. „Wir haben den A330 als Ausgangsmodell“, erklärt dazu Bertrand George, Kopf des Beluga-XL-Programms in einer Pressemitteilung. „Aber wir haben erfolgreich eine Menge Änderungen entwickelt, in das Flugzeug implementiert und getestet. Ein bereits existierendes Produkt in einen Super-Transporter umzubauen ist keine einfache Aufgabe.“

Labortests stehen an
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Erst muss der Beluga XL aber noch auf den Prüfstand. Die Systemtests finden im Flugsimulator und im Labor statt – neben Toulouse wird auch in Hamburg getestet. Unterdessen steht im Hangar in Toulouse bereits das zweite, noch im Bau befindliche Modell des Beluga XL.

Der Nächste, bitte!
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Denn während der erste Beluga XL nun in die Testphase überwechselt, hat bereits der Umbau eines zweiten A330 Jets begonnen. Fünf der Transporter will Airbus in den Dienst stellen und damit seine gestiegenen Kapazitätsanforderungen abdecken.

Höher, breiter, tragfähiger
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Die Pläne für das Beluga-XL-Programm stammen aus dem Jahr 2014. Das Flugzeug ist sechs Meter länger, einen Meter breiter und besitzt eine um sechs Tonnen höhere Nutztraglast als das Vorgängermodell Beluga ST, dass der XL ersetzen soll.

Airbus Beluga
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Der Airbus A300-600ST hat eine außergewöhnliche Silhouette, die an einen Wal erinnert. So erklärt sich der Spitzname des Supertransporters: „Beluga“.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters stehen in Deutschland knapp über 1000 Arbeitsplätze zur Disposition. Vor allem in Bremen und Augsburg werde es schwer, andere Arbeitsplätze am gleichen Standort für die Betroffenen zu finden, zitiert Reuters einen Insider. In Hamburg könnten viele mit dem A380 beschäftigte Mitarbeiter dagegen beim Hochlauf der Produktion von A320 und A350 gebraucht werden.

Gewerkschaften verweisen nach dem Treffen mit dem Europäischen Betriebsrat auch darauf, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll.

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1 Kommentar zu "Flugzeugbauer: Airbus bestätigt Konzernumbau – bis zu 3700 Stellen betroffen"

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  • Standortsicherung in Deutschland bis 2020.

    Bisland haben alle deutsch-französischen "Zukunftspläne" von Weltplayern immer im Alleinbesitz von Frankreich geendet.

    Manche lernen es nie.

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