Flugzeugbauer
Dassault verkauft weniger Firmenjets

Der französische Flugzeugbauer Dassault hat im Krisenjahr 2008 eine Nettorendite von rund zehn Prozent eingeflogen. Allerdings sind Nettogewinn und Umsatz im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Vor allem Firmenjets bleiben am Boden stehen. Anleger bekommen das zu spüren.

HB PARIS. Damit leidet auch der Hersteller des Kampfflugzeugs „Rafaele“ und des „Falcon“-Jets unter der weltweiten Konjunkturkrise. Gesunken sei die Zahl der Bestellungen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Probleme machen vor allem die Firmenjets. In den letzten drei Monaten 2008 habe es mehr Abbestellungen als neue Aufträge gegeben, beklagte Vorstandschef Charles Edelstenne. Wegen der Finanzkrise haben die am Abgrund stehenden Großbanken Citigroup und Royal Bank of Scotland ihre Order storniert. RBS bestellte nach Dassault-Angaben einen vor fünf Jahren georderten „Falcon“-Jet im Wert von etwa 45 Millionen Dollar wieder ab, die Citigroup zog ihre Bestellung über drei Flugzeuge des gleichen Typs zurück.

Der Geschäftsjet "Falcon" repräsentierte 2008 rund 62 Prozent der Dassault-Umsätze. Im vergangenen Jahr wurden nur noch 115 Jets bestellt. Im Vorjahr waren es 212. Negativ für die Geschäftsflieger-Sparte habe sich auch der Streit um die Firmenjets der großen drei US-Autobauer Ford, General Motors und Chrysler ausgewirkt, sagte Edelstenne weiter. Die Chefs der Detroiter Konzerne hatten Ende vergangenen Jahres für Furore gesorgt als sie zu einer Anhörung vor dem Kongress in Washington, bei der sie um Milliardenhilfen des Staates warben, mit Privatjets anreisten.

Der Nettogewinn von Dassault ging den Angaben zufolge 2008 auf 373 Millionen Euro zurück, von 382 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank auf 3,75 Milliarden nach 4,08 Mrd. Euro 2007. Gleichzeitig seien netto Aufträge für 5,82 Mrd. Euro eingegangen. Dassault habe keine strukturellen Bankschulden. Für das Geschäftsjahr 2008 will Dassault nun eine auf 5,80 von 10,60 Euro gekürzte Dividende je Aktie ausschütten.

An der Börse in Paris legte die Dassault-Aktie 0,3 Prozent zu. Mit staatlicher Unterstützung erhofft Dassault auch wieder steigende Umsätze im Rüstungsbereich durch den Export des Kampfflugzeugs "Rafale" in Länder wie Brasilien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Familie Dassault hält an dem Flugzeugbauer 50,55 Prozent. Der Flugtechnikkonzern EADS ist zwar mit 46,32 Prozent beteiligt, hat aber auf die Geschäfte keinen Einfluss. So kaufte Dassault im Dezember vom Telefontechnikkonzern Alcatel-Lucent dessen Anteile am Elektronikspezialisten Thales, an deren Übernahme auch EADS Interesse hatte. Gemeinsam mit dem französischen Staat beherrscht Dassault jetzt 53 Prozent des Kapitals und 61 Prozent der Stimmrechte bei dem großen Airbus-Zulieferer und Rüstungskonzern.

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