Flugzeugbauer
Dreamliner-Drama nimmt für Boeing kein Ende

Der Alptraum für Boeing geht weiter: Der US-Flugzeugkonzern rechnet erst für das zweite Quartal des kommenden Jahres mit einem Erstflug seines Flaggschiffs Dreamliner. Die erste Auslieferung erwarte der Airbus-Rivale für das erste Quartal 2010. Boeings Kunden denken sich ihren Teil.

HB SEATTLE. Die Verzögerungen seien unter anderem wegen des Streiks der Mechaniker notwendig geworden. Boeing prüfe nun die finanziellen Auswirkungen. Die Fertigstellung hing bereits vor einem fast zweimonatigen Streik im September und Oktober 16 Monate hinter dem ursprünglichen Plan zurück.

Probleme gibt es beim Zusammenbau der Maschine, die aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff bestehen soll. Die Schwierigkeiten werden auf fehlende oder zu schlecht verarbeitete Teile und nachträgliche Änderungen am Design zurückgeführt. Zudem hatten Mechaniker bei ihrem Streik 58 Tage lang mehrere Werke lahm gelegt.

Derzeit rechnet Boeing den Angaben zufolge aus, wie sich die erneute Verzögerung auf die Produktionszahlen und die Ergebnisse des Konzerns auswirken dürfte. Die geänderten Prognosen sollen zu einem späteren Datum veröffentlicht werden.

Der Konzern prüft nun nach eigenen Angaben die Auswirkungen auf die Kunden. Zudem würden die finanziellen Folgen bewertet und zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer Guidance beziffert. Damit ist das Dreamliner-Projekt nun um rund zwei Jahre in Verzug.

Es ist schon das vierte Mal, dass Boeing die Erstauslieferung seines neuen Flaggschiffs verschiebt. Nach aktueller Planung sollen die ersten Maschinen im dritten Quartal 2009 an die Kunden gehen. Boeing lässt für die 787 noch mehr Teile als sonst von externen Zulieferern fertigen und das schaffe zusätzliche Schwierigkeiten. Außerdem tut sich Boeing laut schwer, die Fehler aus der Software zu beseitigen, die alle Systeme des Flugzeugs kontrolliert.

Nun geht es vor allem darum, einen verlässlichen neuen Termin nennen zu können. Zuletzt hatte Boeing unter Hinweis auf den zweimonatigen Mechaniker-Streik den bis Ende des Jahres geplanten Erstflug der 787 aufgeschoben.

Boeing hat bereits rund 900 Bestellungen für die 787. Den Konkurrenten EADS kosten die Verzögerungen bei seinem Riesen-Airbus A380 mehrere Mrd. Euro. Auch Boeing-Kunden hatten sich in jüngster Zeit verstärkt unzufrieden gezeigt.

Zum Handelsstart in den USA verlor die Boeing-Aktie 3,3 Prozent.

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