Flugzeugbauer
Frankreich soll Airbus-Kunden finanzieren

Flugzeuge haben Airbus-Kunden in den vergangenen Monaten mehr als genug bestellt. Allerdings macht die Zukunft Sorge: Denn zwischen dem Bestellen eines Fliegers und dem Kauf können gerade in Krisenzeiten Welten liegen. Vielen Airbus-Kunden könnte das Geld ausgehen. Daher könnte der Flugzeugbauer nun indirekt Hilfe von der französischen Regierung bekommen:

HB PARIS. Frankreich will offenbar mit Milliardenhilfen an Banken die Finanzierung von Flugzeugkäufen beim europäischen Airbus-Konzern sicherstellen. "Es gibt einen Plan, den Banken fünf Mrd. Euro zu leihen, um Airbus-Verträge zu finanzieren", hieß es aus Regierungskreisen am Sonntagabend in Paris. Damit will die Regierung offenbar verhindern, dass Airlines wegen Finanzierungsengpässen infolge der Kreditkrise bereits bestellte Maschinen stornieren. Es blieb zunächst unklar, ob mit den Hilfsgeldern ausschließlich Airbus oder die gesamte Luftfahrtbranche unterstützt werden soll.

Airbus äußerte sich zunächst nicht dem Bericht, über den zuerst die Wirtschafszeitung "Les Echos" am Sonntag berichtet hatte. Dem Blatt zufolge soll das Geld gezielt an Banken gehen, die die Luftfahrtbranche mit Krediten versorgt. Die Zeitung nannte die Institute Calyon, Societe Generale und BNP Paribas. "Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Fluggesellschaften Aufträge mit der Begründing stornieren, dass sie Schwierigkeiten haben Geld zu bekommen", schrieb das Blatt.

Branchenführer Airbus leidet wie Rivale Boeing unter einem Rückgang der Bestellungen. Zudem haben manche Fluggesellschaften wegen der Finanzkrise und hoher Kerosinpreise Problemen bei der Finanzierung von Maschinen, die sie oft während der dreijährigen Boomphase bis 2007 bestellt haben. Flugzeuge werden in der Regel mehrere Jahre vor der Auslieferung geordert, ihre Finanzierung wird jedoch teils erst kurz vor der Auslieferung unter Dach und Fach gebracht. Airbus kündigte deshalb kürzlich an, Kunden bei Bedarf vereinzelt bei der Finanzierung unter die Arme greifen zu wollen.

Staatliche Hilfen für Airbus sind ein sensibles Thema. Der Mutterkonzern EADS führt seit Jahren eine Auseinandersetzung mit dem Rivalen Boeing bei der Welthandelsorganisation WTO wegen Subventionen. Industriekreisen zufolge sieht der Plan, der aus dem Büro von Ministerpräsident Francois Fillon stammen soll, eine breitere Unterstützung für die gesamte Branche vor. Mit den geplanten Maßnahmen würde Frankreich nach Banken und Automobilindustrie erstmals ein großes Hilfspaket für die Luftfahrtindustrie schnüren. Die Branche ist für das Land von großer Bedeutung, da sie Tausende High-Tech-Arbeitsplätze sichert und einer der größten Exporteure Frankreichs ist.

EADS-Aktien legten in Paris rund 1,5 Prozent zu. Noch stärker profitierten die Papiere der Banken, die möglicherweise Finanzmittel erhalten. Calyon legte rund acht Prozent zu, Societe Generale sieben Prozent und BNP Paribas neun Prozent.

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