Flugzeugbauer
Stornierungen belasten Boeing Flugzeughersteller

Schlimmer hätte es für die Aktionäre von Boeing heute kaum laufen können: Der Flugzeug- und Rüstungskonzern hat nach einer Gewinnhalbierung im ersten Quartal seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr gekürzt.

NEW YORK. Die Lage wird ernst für die großen Flugzeugbauer: Der amerikanische Luftfahrtkonzern Boeing hat nach einem deutlichen Ergebnisrückgang im Auftaktquartal 2009 gestern seine Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Der Nettogewinn brach zwischen Januar und März um die Hälfte auf 610 Mill. Dollar ein, teilte der Airbus-Rivale mit. Der Umsatz stieg nur noch leicht um drei Prozent auf 16,5 Mrd. Dollar.

Die Wirtschaftskrise stelle den Konzern vor beispiellose Herausforderungen, räumte Boeing ein. Ein Grund für den Gewinnrückgang seien Kosten für geplante Einschnitte in der Produktion, weil Fluggesellschaften ihre bestellten Passagierjets erst später oder gar nicht mehr bekommen möchten. Bereits Anfang April hatte der Konzern die Produktionsdrosselung seiner Langstreckenjets Boeing 777 von sieben auf fünf pro Monat beschlossen. Im ersten Quartal wurden zudem bereits 32 Aufträge für das neue Langstreckenflugzeug Boeing 787 (Dreamliner) storniert.

Damit bestätigt sich eine von Experten seit Monaten gehegte Befürchtung. „Zwar gibt es 7 500 Bestellungen im Auftragsbestand, doch in der aktuellen Krise heißt das nicht viel”, hatte Richard Aboulafia, Chef der US-Beratungsfirma Teal Group, bereits gewarnt. Es sei möglich, dass die Hälfte dieser Aufträge im Zuge der scharfen Rezession verschoben oder storniert werden könnte.

Bisher gaben sich Boeing und Airbus gelassen: Flugzeuge würden „nicht auf spekulativer Basis bestellt“, sagte Andrew Shankland, Marketingleiter Airbus North America, auf einer Luftfahrtkonferenz in New York. „Historisch gesehen haben wir beim Managen unserer Auftragsbücher einen guten Job gemacht.“

Schlüsselkunden wie der führende Flugzeugfinanzierer ILFC wundern sich aber seit Wochen darüber, dass Airbus und Boeing nicht energischer auf die Krise reagieren. So hat der einflussreiche ILFC-Chef Steven Udvar-Hazy den Herstellern prophezeit, dass sie ihre Produktion im nächsten Jahr um bis zu 35 Prozent drosseln müssten, weil Rezessionen in der krisenanfälligen und margenschwachen Airline-Branche stets zu schweren Turbulenzen führen.

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