Flugzeugbauer verzichtet vorerst auf umstrittene Beihilfen für das Prestigeprojekt
Der Airbus A350 kommt

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat sich für den Bau des A350 entschieden. Der neue Langstreckenjet tritt gegen die neue Boeing 787 an, die bei den Airlines gut ankommt.

HB PARIS/FRANKFURT. Airbus-Mutter EADS gab am Donnerstag seiner Tochter grünes Licht zum Bau des Flugzeugs. Auch die verbandelte BAE Systems sei einverstanden, teilte EADS mit. Das Handelsblatt hatte bereits am Mittwoch aus Industriekreisen erfahren, dass der Aufsichtsrat dem 4,35 Mrd. Euro teuren Schlüsselprojekt grünes Licht geben werde. Auch die Airbus-Zulieferer rechneten fest mit dem Programmstart: „Die Ausschreibung für den Flugzeugrumpf ist angelaufen. Wir haben bereits geantwortet“, sagte François Bertrand, Chef der französischen Zulieferfirma Latécoère.

Die Entscheidung für das Jetprogramm der nächsten Generation steht im Zentrum eines seit 2004 erbittert geführten Subventionsstreits mit dem US-Rivalen Boeing, der in gegenseitigen Beschwerden vor der Welthandelsorganisation WTO gipfelte. Bis heute haben die Handelskommissare von EU und USA, die im Duell Airbus gegen Boeing eine Art Stellvertreterkrieg führen, noch keine Einigung erzielt.

Um das Feuer nicht weiter anzufachen, werde Airbus deshalb vorerst auf die Inanspruchnahme staatlicher Anschubkredite verzichten, hieß es in Industriekreisen. Bisher beantragte das Unternehmen bei neuen Projekten stets ein Drittel seiner Entwicklungskosten aus dem Haushalt von Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien.

Frankreichs Transportminister Dominique Perben sagte der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“, man sei im Grundsatz mit der Zahlung einer Anschubfinanzierung einverstanden. Die Auszahlung sei aber nicht im Budget für 2006 vorgesehen, um einer Lösung im Beihilfestreit nicht vorzugreifen. Die USA argumentieren, dass Airbus inzwischen mehr Jets verkaufe als Boeing und deshalb keine Anschubhilfen mehr benötige. Die Europäer indes sind der festen Überzeugung, dass Boeing seit Jahren deutlich höher subventioniert wird als Airbus.

Die A350 soll den sich abzeichnenden Markterfolg des neu konzipierten Konkurrenzmodells Boeing 787 im Massenmarkt der 200- bis 300-Sitzer aufhalten. Der Jet läutet einen Generationswechsel in diesem Segment ein. Für den A350 liegen derzeit 140 feste Kaufzusagen von neun Kunden vor. Airbus rechnet bis Ende des Jahres mit 200 Bestellungen.

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