Flugzeugbranche
Airbus erwartet Einbruch bei Bestellungen

Der europäische Flugzeugbauer Airbus rechnet 2009 erstmals seit fünf Jahren mit weniger Bestellungen als Auslieferungen. Die Branche bekommt die Wirtschaftsflaute besonders zu spüren. Darüber hinaus senkte der Konzern das Produktionsziel für den A380.

TOULOUSE. Trotz der Krise hat das Airbus-Management seinen Humor nicht verloren: Um zu demonstrieren, wie schwierig derzeit Absatzprognosen sind, konsultierte Airbus-Chef Tom Enders mit seinem Vertriebsvorstand John Leahy am Donnerstag vor der Presse eine Glaskugel. Und präsentierte eine düstere Prognose: "Wir rechnen mit Neubestellungen in diesem Jahr zwischen 300 und 400 Flugzeugen", so Leahy, und ergänzte, dass er das untere Ende der Spanne für realistischer halte.

Tritt das Szenario ein, würde Airbus in diesem Jahr einen Einbruch bei den Bestellungen von zwei Drittel hinnehmen. Denn 2008 verzeichnete die EADS-Tochter noch 900 Brutto-Orders, nach Stornos blieben 777 harte Aufträge in den Büchern (Vorjahr: 1 341 Orders).

Damit hat Airbus Boeing im vergangenen Jahr wieder die Marktführerschaft bei den Neuaufträgen abgenommen (Boeing: 662 Flugzeuge). Auch bei der Zahl der ausgelieferten Flugzeuge hat Airbus 2008 die Nase vorn: Airbus übergab im vergangenen Jahr 483 neue Flugzeuge an seine Kunden, womit der europäische Konstrukteur einen neuen historischen Höchststand markiert (2007: 453 Auslieferungen). Boeing wurde von einem wochenlangen Streik gebremst, daher gingen 2008 die Auslieferungen um 15 Prozent auf 375 Maschinen herunter.

Für das laufende Jahr rechnet Enders mit Auslieferzahlen "ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2008". Große Unsicherheit herrscht indes darüber, in welchem Umfang Kunden bestellte Flugzeuge wieder stornieren müssen, da sie die Finanzierung nicht zustande bekommen. Daher erneuerte Leahy seine Forderung, dass die Airbus-Staaten wie Deutschland und Frankreich dem Flugzeugbauer mit Hermes-Exportbürgschaften unter die Arme greifen. "Wir wollen den Anteil der mit diesen Garantien versehenen Verkäufen von 25 auf 50 Prozent erhöhen", so Leahy; die Verhandlungen mit den Regierungen liefen.

Ferner will Airbus selbst seinen Kunden die Arme greifen; laut Leahy werde Airbus wohl rund eine Milliarde Dollar zusätzlich für Absatzfinanzierungen zur Verfügung stellen. Sollte es wegen der Krise nötig sein, will Airbus seine Produktion drosseln.

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