Flugzeugbranche
Airbus schafft Arbeit in Abu Dhabi

Die europäischen Flugzeugbauer wollen demnächst einen Teil ihrer Komponenten in Abu Dhabi herstellen. Der Airbus-Mutterkonzern EADS plant eine Fertigungsstätte am Golf - eine strategische Neuausrichtung.

DUBAI/MÜNCHEN. Airbus plant im Emirat Abu Dhabi den Aufbau einer Zulieferindustrie. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten der Airbus-Mutterkonzern EADS und Mubadala Development, die Investmentgesellschaft des Emirates, auf der Luftfahrtmesse in Farnborough. Geplant ist ein Komponentenwerk, das ab 2010 Metall- und Verbundstoffe für Flugzeugrümpfe herstellt. Zusätzlich will EADS mit dem Emirat ein Entwicklungs- und ein Wartungszentrum in dem Golfemirat errichten. Die Kooperation soll in den kommenden zehn Jahren mindestens eine Mrd. Dollar erwirtschaften.

"EADS ist froh, die Beziehungen zu einem so starken Partner zu festigen", sagte Konzernchef Louis Gallois. Die Investitionen am Golf sind Teil eines Pakets, das EADS und das Emirat zu langfristigen Partnern macht. Am Montag bestellte die staatlich kontrollierte Fluglinie Etihad aus Abu Dhabi 55 Maschinen zum Buchwert von 6,8 Mrd. Euro, darunter auch zehn Riesenairbus vom Typ A 380. Etihad ist neben Emirates und Qatar die dritte Fluggesellschaft am Golf, die das größte Passagierflugzeug der Welt bei Airbus bestellt hat. Gemeinsam sind die drei Fluglinien jetzt die größten Kunden von Airbus.

Mubadala betreibt gezielt den Ausbau des Luftfahrtsektors. "Wir wollen in Abu Dhabi innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Drehscheibe der globalen Luftfahrtbranche errichten", sagte ein Mubadala-Sprecher dem Handelsblatt. Zunächst bestehe das Ziel darin, am Golf einen "Hauptzulieferer für EADS" zu installieren. Mubadala habe aber den Ehrgeiz, am Ende komplette Flugzeuge herzustellen. Auf einer Zeitachse von 20 bis 30 Jahren solle das gesamte Spektrum vom Flugbetrieb bis zur Flugzeugproduktion abgedeckt werden. Mubadala hält bereits 35 Prozent an der italienischen Piaggio Aero Industries sowie 40 Prozent an der Schweizer SR Technics. Darüber hinaus hat sich die Investmentfirma, die rund zehn Milliarden Dollar verwaltet, auf die Bereiche Gesundheit, Energie und Infrastruktur spezialisiert.

Für EADS und die Flugzeugtochter Airbus ist die Investition am Golf der Beginn einer strategischen Neuausrichtung. "Wir werden in Zukunft deutlich mehr outsourcen" hatte Airbus-Chef Enders erst am Wochenende angekündigt. Der europäische Flugzeughersteller reagiert damit auf den schwachen Dollar, der Airbus in immer größere Schwierigkeiten bringt. Noch immer werden die Flugzeuge in Dollar bezahlt, Airbus bezieht seine Zulieferungen aber zu 75 Prozent aus dem Euroraum, 95 Prozent der Airbus-Beschäftigten arbeiten in Europa. Investitionen in Schwellenländern sind immer öfter auch die Voraussetzung für Flugzeugkäufe. So baut Airbus derzeit in China eine Endmontage für das Mittelstreckenflugzeug A 320 auf. Die Fabrik gab den Ausschlag, dass sich die Chinesen gegen ein Boeing-Angebot entschieden haben. Auch in den USA plant EADS eine Airbus-Fertigung - falls die Europäer wie erhofft den Zuschlag für den Bau von 179 Tankflugzeugen für die US Air Force bekommen.

Zudem will Airbus Entwicklungskapazitäten außerhalb Europas aufbauen. Airbus baut daher Entwicklungszentren in den USA, China, Indien und Russland auf. Abu Dhabi soll im kommenden Jahrzehnt auch dazu gehören.

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