Flugzeugbranche
EADS legt kontrollierte Bruchlandung hin

Das Abenteuer ist vorbei. Der Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS zieht beim Militärtransporter A400M die Reißleine. Der neue Flieger bleibt angesichts nicht enden wollender Probleme erst einmal auf dem Boden. Der A400M ist EADS über den Kopf gewachsen. Die Konzernbilanz sieht trotzdem gut aus.

HB FILTON. Airbus hat die Serienfertigung des neuen Militärtransporters A400M vor dem Erstflug abgebrochen. Einen neuen Termin für die Erstauslieferung will der Konzern nicht geben. Stattdessen biete der Airbus-Konzern EADS den Kunden zur Überbrückung andere Flugzeuge an, sagte EADS-Chef Louis Gallois im walisischen EADS-Werk Filton.

„Die Kunden wollen einen festen Zeitplan. Wir werden ihn geben, wenn wir den Tag des Erstflugs kennen.“ Der hänge aber von den Triebwerklieferanten ab. „Wir wollen keinen Serienstart vor der Produktreife“, damit nachher nichts geändert werden müsse.

„Wir haben die Komplexität und den militärischen Charakter des Programms völlig unterschätzt“, sagte Gallois. Das gelte aber auch für die Kunden, die deshalb Vertragsänderungen akzeptieren müssten. Einige technische Anforderungen seien „sehr teuer und sehr riskant“, ohne dem Kunden einen wirklichen Mehrwert zu bieten. „Wir wollen auch über Standards sprechen“, sagte Gallois. „Wir wollen aber auf keinen Fall eine Herabstufung der Leistung. Wir wollen ein Flugzeug abliefern, das besser ist als jedes andere auf der Welt."

Zumindest in anderen Geschäftsfeldern ist EADS offenbar weit erfolgreicher. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen mit Rekordauslieferungen von Airbus-Flugzeugen und Hubschraubern den höchsten Umsatz seiner Geschichte erzielt. Wegen der Finanzkrise will der europäische Flugzeugbau- und Rüstungskonzern die Produktion jedoch im laufenden Jahr nicht weiter erhöhen. Eine Senkung sei nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen, sagte Konzernchef Louis Gallois am Dienstag im walisischen Konzernstandort Filton. Die vorsichtigen Äußerungen begründen Branchenkenner damit, dass etliche Fluggesellschaften und sonstige Käufer von Airbus-Flugzeugen in der Krise Probleme mit der Finanzierung haben.

Der EADS-Umsatz stieg in Jahresfrist von 39,12 Mrd. auf rund 42 Mrd. Euro. An Aufträgen mangelt es weiter nicht. 2008 kamen Bestellungen für 90 Mrd. Euro herein. Das entspricht dem Umsatz von mehr als zwei Jahren.

Für die Produktionsplanung im laufenden Jahr änderten sich die Daten ständig, sagte Gallois. „Eine Fluggesellschaft kann von einer Woche auf die andere Finanzprobleme bekommen oder aber lösen. Wir haben vorerst die Produktion eingefroren. Und wir müssen sehen, ob wir darüber hinaus gehen“, erklärte der Konzernchef.

Zum Jahresende habe EADS neun Mrd. Euro netto in der Kasse gehabt, sagte Gallois. „In der Finanzkrise hat eine gute Cash- Position erste Priorität.“ EADS werde daher alles tun, um die Ausgaben zu senken und keine Flugzeugbestände aufzubauen.

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