Flugzeughersteller
Airbus hängt Boeing mal wieder ab

Entgegen aller Prognosen hat der europäische Flugzeughersteller Airbus auch im vergangenen Jahr mehr Bestellungen als Boeing eingeflogen. Die Hoffnung des US-Erzrivalen, die Marktführerschaft wieder übernehmen zu können, wurden damit zunichte gemacht.

HB PARIS. Airbus habe im vergangenen Jahr 1055 Flugzeugbestellungen verbucht, teilte das Unternehmen auf seiner Jahrespressekonferenz am Dienstag mit. Es festigte damit seine seit 2000 bestehende Spitzenstellung. Boeing hatte 1002 Aufträge gemeldet. Ausgeliefert hat Airbus den Angaben zufolge 378 Maschinen. Der Hersteller lag damit das dritte Jahr in Folge vor Boeing, wo auch wegen eines Streiks nur 290 Flugzeuge die Fertigungslinien verließen.

Beide Gesellschaften profitierten von einer großen Nachfrage aus Asien und der Billig-Fluggesellschaften, fochten aber auch einen harten Preiskampf aus. Die Bestellungen bei Airbus haben sich gegenüber 2004 fast verdreifacht. Der Auftragsbestand wuchs auf 2177 Flugzeuge von 1500 Ende 2004.

Bis Ende des Jahres 2005 hatten Branchenexperten nicht ausgeschlossen, dass Boeing sich wieder an die Spitze der Branche setzen könnte. Ende November hatte Airbus 678 Bestellungen gemeldet und Boeing 827.

Der Umsatz, zu dem die Auslieferungen neuer Maschinen den Löwenanteil beitragen, stieg bei Airbus um zehn Prozent auf 22,3 Mrd. Euro. Unternehmenschef Gustav Humbert sagte zu Reportern, die Umsatzrendite lag trotz des harten Preiskampfes „im Rahmen“ von zehn Prozent. Im Vorjahr waren es neun Prozent gewesen. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, das Ziel von zehn Prozent sei übertroffen worden. „Wir hatten 2005 einen sehr aggressiven Preisdruck von Boeing, aber wie Sie sehen, konnten wir gegenhalten und unsere Rentabilität verbessern“, sagte Humbert. Er gehe davon aus, mit Hilfe weiterer Kostenreduzierungen auch in diesem Jahr eine Marge von über zehn Prozent zu erreichen.

Rund die Hälfte der Bestellungen bei Airbus machen Flugzeuge mit mehr als 100 Sitzen aus. Dennoch zeigen die Zahlen, dass kleinere Modelle besonders gefragt waren, vor allem bei den Billig-Fluggesellschaften. Mehrere Verträge für große Maschinen gingen an Boeing verloren. Humbert sagte, bei den Großraum -und Langstreckenflugzeugen wolle Airbus in zwei Jahren mit Boeing gleichziehen. Er räumte auch ein, dass der US-Konkurrent beim Gesamtwert der verkauften Flugzeuge vor Airbus führend ist und in dieser Kategorie einen Marktanteil von 55 Prozent hat.

Airbus gehört zu 80 Prozent der Luft- und Raumfahrtgesellschaft EADS. Den restlichen Teil hält die britische BAE Systems. EADS-Aktien tendierten am Dienstag kaum verändert in einem schwachen Marktumfeld. BAE-Titel gaben 0,20 Prozent nach.

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