Flugzeughersteller
Boeings Kampf gegen die Flugzeugsubventionen

Boeings Kampf gegen die Flugzeugsubventionen soll vor allem interne Probleme lösen.
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HB SEATTLE. Im derzeit größten Konflikt seiner Branche treibt Harry Stonecipher nach eigenen Worten ein hehres Ziel. "Wir wollen nur, dass endlich alle Subventionen gestoppt werden", sagt der Boeing-Chef zur aktuellen Auseinandersetzung, bei der die USA der EU unzulässige Staatshilfen für Zivilflugzeuge vorwerfen und ein Abkommen über Obergrenzen aus dem Jahr 1992 gekündigt haben.

Tatsächlich hat die auf Stoneciphers Drängen begonnene Offensive gegen EU-Gelder für die EADS-Tochter Airbus, in der die USA vor zwei Wochen ein Verfahren vor der Welthandelsorganisation WTO angestoßen haben, eine ganz profane Absicht: Sie soll Boeing aus einer gefährlichen Sackgasse helfen, in die sich der weltgrößte Luft- und Raumfahrtkonzern in den vergangenen Jahren selbst manöviert hat.

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Zum einen laufen die Geschäfte des Chicagoer Konzerns derzeit stockend. "30 Jahre lang dominierte Boeing praktisch die ganze Luftfahrtbranche", sagt Neil Hampson, Branchenexperte der Unternehmensberatung Roland Berger. "Doch nun liegen sie in praktisch allen wichtigen Bereichen wie Bestellungen, Auslieferungen, Gewinnmargen und Technologie hinter den Konkurrenten."

Noch mehr leidet das Unternehmen unter einem wachsendem politischen Gegenwind in seinem Hauptmarkt USA. Weil sich Bedienstete mehrfach illegal Informationen über Konkurrenten beschafft haben, steht Boeing im Satellitengeschäft auf der Schwarzen Liste und muss um sicher geglaubte Rüstungsaufträge bangen. So zog die Luftwaffe einen bereits zugesagten Großauftrag über Tankflugzeuge mit einem Volumen von 23,5 Milliarden Dollar zurück und will eine Reihe anderer Bestellungen überprüfen.

Die Attacken auf die Airbus-Hilfen sollen beide Probleme lösen. Im wieder anziehenden Zivilgeschäft erhofft sich Boeing einen Vorteil für das neue Modell 7E7. Stonecipher fordert letztlich, dass Airbus für das angekündigte Konkurrenzprodukt kein Geld erhalten soll. Für sein eigenes Flugzeug sollen jedoch weder ein mögliches neues Subventionsregime noch die Obergrenzen des alten gekündigten Systems gelten, die Boeing wegen der umfangreichen Zuschüsse aus den Heimatländern wichtiger Zulieferer wie Japan und Italien wohl überschritten hätte.

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