Flugzeugmesse ILA eröffnet
Mittelstand soll in Netzwerken abheben

Die Luft- und Raumfahrtindustrie steht vor Veränderungen. Die könnten zu Lasten mittelständischer Zulieferer gehen. Damit das nicht passiert, soll die Branche enger zusammenrücken. Und Teile von Politik und Wirtschaft haben auch schon ganz genaue Vorstellungen, wie das aussehen könnte.

HB. BERLIN. Zusammenschließen und Netzwerke bilden, so sollen sich mittelständische Zulieferer der Luft- und Raumfahrtindustrie für die Zukunft wappnen. "Das meinen zumindest Teile von Wirtschaft und Politik. Die Strukturen in der Zulieferindustrie werden sich ändern müssen, wenn die Unternehmen weiter im Wettbewerb Erfolg haben wollen", sagte der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung, Peter Hintze, am Dienstag zum Beginn der Airshow ILA in Berlin-Schönefeld, an der sich 1127 Aussteller aus 37 Ländern beteiligen.

Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) hat die Branche im vergangenen Jahr erstmals die Umsatzmarke von 20 Milliarden Euro übertroffen. Die Zahl der Beschäftigten sei um 3,2 Prozent auf 88 000 gestiegen. Damit bleibt die Luftfahrt "Wachstumsmotor", hieß es.

Damit sie das für den Mittelstand auch bleibt, sind laut Hintze die Bildung von Netzwerken und ebenso nationale und internationale Kooperationen wichtig. Auch der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Dietmar Schrick, sieht Notwendigkeiten für Veränderungen. Ohne den Zusammenschluss von Unternehmen zu größeren Einheiten bestehe die Gefahr, dass kleinere Anbieter langfristig auf der Strecke bleiben werden. Wenn sich größere Strukturen bilden, sei auch ein stärkerer Auftritt auf internationalen Märkten möglich. Hintze verwies auf die anstehenden Veränderungen in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Die großen Hersteller gliederten Arbeitsbereiche aus und verlagerten damit auch Entwicklungskosten auf nachgelagerte Stufen. So wolle Airbus die Zahl der Systemzulieferer von heute 3000 auf 500 begrenzen. Damit werde der finanzielle Druck auf kleine und mittlere Unternehmen zunehmen.

Für diese Firmen bildeten Zulieferketten eine große Chance, in dem globalen Prozess bestehen zu können. Nach Meinung von Hintze hätten die Unternehmen Perspektiven, eine führende technologische Rolle zu behalten und auch langfristig im globalen Wettbewerb zu bestehen. "Jetzt gilt es für die Unternehmen, die Chancen, die sich aus dem Strukturveränderungsprozess ergeben zu erkennen und auch zu nutzen", meinte Hintze. Die Bundesregierung werde dafür eine breite Unterstützung gewähren - zumal sie, so Hintze, "große Zukunftschancen" für die Branche sieht. Diese sei "stark aufgestellt", ihr Wachstum liege über dem der allgemeinen Wirtschaft, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

So sieht das auch Hintzes Chefin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte bei ihrem Rundgang, mit dem die ILA, eröffnet wurde: "Die deutsche Luft- und Raumfahrt ist eine klassische Wachstumsbranche und genießt einen brillanten internationalen Ruf." Bis Sonntag werden auf der ILA nach Angaben der Veranstalter mehr Fluggeräte aller Größenordnungen und Kategorien ausgestellt als auf jeder anderen Aerospace-Messe weltweit. Ein Drittel davon sind Militärflugzeuge. Die Veranstalter erwarten rund 200 000 Besucher, etwa die Hälfte davon Fachpublikum. Bis einschließlich Donnerstag ist die ILA den Fachbesuchern vorbehalten.

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