Flutschäden-Beseitigung hilft kaum
Bauwirtschaft kann Rückgang im Osten nicht aufhalten

Die Beseitigung der Flutschäden in Ostdeutschland hat den Abschwung der Bauwirtschaft in den neuen Ländern nach Verbandsangaben nicht stoppen können.

HB/dpa BERLIN. „Dramatische Schätzungen über eine erhitzte Baukonjunktur haben sich nicht bewahrheitet“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Heiko Stiepelmann, der dpa am Donnerstag in Berlin. Ein Jahr nach dem Hochwasser zeichne sich ab, dass der Höhepunkt der positiven Effekte bereits in diesem Sommer überschritten sein könnte.

„Für die sächsische Bauindustrie hat es eine Atempause gegeben“, sagte Stiepelmann. In ebenfalls vom Hochwasser getroffenen Ländern wie Sachsen-Anhalt oder Brandenburg sei aber keine Sonderkonjunktur spürbar geworden. So legten die Auftragseingänge in Sachsen bis Mai um 4,9 % zu, während die neuen Länder insgesamt ein Minus von 9,5 % verzeichneten. Dennoch musste das Baugewerbe auch in Sachsen in den ersten fünf Monaten ein Umsatzminus von 7,9 % im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen.

Den Abbau von Arbeitsplätzen hätten die zusätzlichen Aufträge in Sachsen nur bremsen können. So wurde im Mai ein Minus von 9,6 % auf 62 500 Beschäftigte verzeichnet, während alle neuen Länder binnen Jahresfrist ein Minus von mehr als 13 % auf 200 000 Bauarbeiter erlitten. „Auch die Gerätekapazitäten haben völlig ausgereicht“, sagte Stiepelmann. So habe die Auslastung in Sachsen im März mit 55,4 % etwa fünf Prozentpunkte höher gelegen als im ostdeutschen Schnitt. Im Juni und Juli sei die Auslastung aber bereits wieder zurückgegangen.

Insgesamt seien die auf vier bis sechs Mrd. € geschätzten Schäden an Bauten aus Sicht des Verbands inzwischen zu 70 % beseitigt. Dies gelte vor allem für Privatwohnungen und Wirtschaftsgebäude. „Kleine Ausbesserungen haben die Leute auch in Firmen häufig selbst gemacht“, sagte Stiepelmann. Impulse für die Baubranche habe es dagegen bei der technischen Ausstattung von Gebäuden etwa mit Heizungen, bei Straßen, Kanälen, Brücken und Schienen gegeben. Vor allem bei größeren Projekten für die Deutsche Bahn könnten die Impulse bis ins nächste Jahr halten.

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