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Förderungskürzungen: Subventionsfall Solarindustrie

Krisenstimmung in der einstigen Zukunftsindustrie: Zu lange haben sich viele Solarunternehmen auf den hohen Förderungen ausgeruht. Eine Konzentration der Branche steht bevor. Von derzeit etwa 50 deutschen Firmen werden in den nächsten zwei Jahren wohl nur etwa eine Handvoll überleben.

Arbeiter zwischen Solarmodulen: Die Bundesregierung will die Förderung der Anlagen drastisch kürzen - zum Leidwesen der Unternehmen. Quelle: ap
Arbeiter zwischen Solarmodulen: Die Bundesregierung will die Förderung der Anlagen drastisch kürzen - zum Leidwesen der Unternehmen. Quelle: ap

DÜSSELDORF, FRANKFURT. Anton Milner zählte zu den Pionieren. Vor zehn Jahren gründete der Brite den zeitweise weltgrößten Solarzellenhersteller Q-Cells und machte damit das frühere Chemiezentrum Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt zu einem Zentrum der Solarindustrie.

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Heute zählt Milner zu den Opfern des tiefen Abschwungs, in den die erfolgsverwöhnte Branche geraten ist. Mitte März trat er zurück.

„Die Branche kommt langsam ins Erwachsenenalter“, sagt Artur Meinzolt, Strategieexperte der Unternehmensberatung Accenture. Anders ausgedrückt: Die Ära der Gründer ist vorbei. Nicht nur bei Q-Cells rücken jetzt ausgewiesene Sanierer an die Spitze deutscher Solarunternehmen, die vor allem Kosten senken, interne Prozesse verbessern und die Unternehmen stärker auf bestimmte Produkte konzentrieren.

Umsatzeinbrüche und Verluste beuteln die Unternehmen

Für die erfolgsverwöhnte Branche sind harte Zeiten angebrochen. Massive Überkapazitäten, ein starker Preisverfall und zunehmende Konkurrenz aus Asien und den USA machen den Unternehmen zu schaffen. Die einstigen Traumrenditen sind perdu, 2009 mussten viele Unternehmen schmerzliche Umsatz- und Ergebniseinbrüche verkraften, bisweilen sogar herbe Verluste.

Und jetzt will die Politik auch noch die üppigen Fördermittel kappen, die maßgeblich den zurückliegenden Aufschwung alimentiert haben. „Die geplante Kürzung bei der Einspeisevergütung führt zu einer schnellen Konzentration in der Branche“, warnt Frank Asbeck, Vorstandschef von Solarworld. Von derzeit etwa 50 deutschen Firmen werde in den nächsten zwei Jahren nur etwa eine Handvoll überleben.

  • 15.04.2010, 21:49 UhrAnonymer Benutzer: eurorenergy

    Leider schafft es die derzeitige Regierung nicht endlich mal Fakten in Hinblick der Reduzierung im EEG zu schaffen, so dass wir Solarunternehmer wissen wo wir dran sind nach dem 30.06.2010. Das Einzige was sie geschaffen haben ist ein regelrecht aufgescheuchter Zukunfstmarkt zu hinterlassen, der nach der "Deadline" mit einem spontanen und rasanten Sterben dahinraffen wird. Uns ist es absolut unverständlichwie ein ein vermeintlich großer Solarunternehmer, der schon die spanische Subventionskürzung nicht wirklich verkraftet hat, nun mit einer weiteren bevorstehenden Subventionskürzung noch als einzelnes Unternehmen staatliche Garantien in Höhe von fast 150 Millionen bekommt! Die Leute sie dem Sarkasmus frönen, würden wohl von einer aktiven Sterbehilfe reden. in der Privatwirtschaft würde sich ein banker oder Unternehmer wohl anschließend vor dem Kadi wiederfinden, wenn er so vorgehen würde, wie es unsere Regierung mal wieder tut. Auch wir sind absolut dacor mit einer Subventionskürzung, aber nicht auf diese Art und Weise wie es gerade geschieht. Die derzeitige Ungewissheit ist einfach nocht tragbar. bisher gibt es nur eine "Ansage" aber mehr auch nicht. Die Solarwirtschaft in Deutschland bekommt ihr letztes Aufblühen geschenkt, und danach sind sie raus aus dem "Spiel"! Es ist ja sehr schön, dass der Preisverfall im bereich der Module immer als Referenz genommen wird, aber hat sich mal einer doe Preisentwicklung im Wechselrichtermarkt oder im befestigungsmarkt angesehen. Von den Lohnkosten in Deutschland, die diese "billigen" Solaranlagen montieren spricht auch keiner. Also zukünftig den "billigsten" Lieferanten nehmen und ein paar "Rumänen" zum montieren holen um Konkurenzfähig zu bleiben. Na dan Prost meine Herren. Ein Hoch auf die AKW's und die Zukunftsenergie Kohle! bei ihnen kommt bestimmt der Strom aus der Steckdose oder ist einfach nur "Gelb"!

  • 07.04.2010, 10:56 UhrAnonymer Benutzer: Tom

    @ Marco
    Dieser link zeigt ihnen die Energieprognose bis ins Jahr 2020.
    Zugegeben,nicht auf dem letzten stand ( Laufzeitverlängerung unserer KKW )eindeutig zu erkennen ist jedoch die nachfrage nach Elektroenergie steigt,Uranvorkommen sind im größeren Umfang vorhanden als angenommen . Und das wichtigste wie ich finde , wir verbrauchen die meiste Energie um Wärmequellen zu speisen . Das wird mit der Solartechnik nicht zu machen sein,heizen müssen wir im Winter , wie leistungsstark und zuverlässig die Solartechnik im Winter funktioniert haben wir in den vergangen Monaten gesehen .

    http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.michael-reiher.de/fileadmin/energie/energiebedarfinDeutschland.gif&imgrefurl=http://www.michael-reiher.de/Energie-Umwelt.35.0.html&usg=__bryORVf_vQQMPGJxYteK5j26iY0=&h=531&w=594&sz=20&hl=de&start=15&um=1&itbs=1&tbnid=SOyvjrgxRusYuM:&tbnh=121&tbnw=135&prev=/images%3Fq%3Denergieverbrauch%2bdeutschland%26um%3D1%26hl%3Dde%26client%3Dfirefox-a%26sa%3DX%26rls%3Dorg.mozilla:de:official%26tbs%3Disch:1

  • 07.04.2010, 09:45 UhrAnonymer Benutzer: Marco

    Es ist schon erschreckend, wie durch zu schnelle Subventionskürzungen eine erfolgsversprechende Technik wieder einmal ins Ausland vertrieben wird. Klar ist es ärgerlich, wenn wir Kunden die Subventionen tragen müssen aber schauen wir doch einmal der Realität ins Auge. Lässt Schwarz-Gelb die AKWs bis 2050 laufen, wer bezahlt denn am Ende die Endlagerung der brennstäbe? Und diese bezahlung ist am Ende vielleicht nicht nur finanzieller Art sondern unter Umständen bezahlt auch manch einer mit seiner Gesundheit bzw. mit seinem Leben. Profitieren werden allein die Kernkraftbetreiber, welche dann wieder mit diesem Geld unsere Politik einkaufen. Was passiert mit den vielen Arbeitsplätzen, die verloren gehen? Gerade in den strukturschwachen Gegenden werden keine neuen mehr geschaffen und damit brechen auch andere Arbeitsplätze in der Region weg. Die dann arbeitslosen Leute müssen trotzdem bezahlt werden und wer diese Zeche am Ende bezahlt, wissen wir alle. Noch ein wichtiger Punkt ist die Endlichkeit von Uran. Ebenso wie Kohle oder Erdöl wird auch Uran nicht unendlich abgebaut werden können. Und dann müssen wir uns fremde Alternativen einkaufen, weil wir in falscher Voraussicht unsere Zukunftstechnik ins Ausland vertrieben haben.
    Als letztes noch das Argument mit der Verteuerung des Stromes, auf dessen Zug neuerdings auch die Verbraucherverbände aufspringen. Wer schon einmal die berichte von der Leipziger Strombörse gesehen hat, weiss, dass der teure Strom im wesentlichen andere Gründe hat. Und warum beteiligt man die Stromkonzerne nicht an den Subventionskosten? bei den Milliardengewinnen wäre das sicherlich machbar, schließlich haben die Konzerne auch jahrzehntelang von der staatlichen Unterstützung der Steinkohleförderung profitiert.

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