Folgen der Abgas-Affäre
Audi traut VW nicht über den Weg

Die VW-Tochter Audi nimmt die Aufklärung des Dieselgates selbst in die Hand. Dies sei selbstverständlich kein Misstrauensvotum in Richtung Wolfsburg, heißt es seitens des Konzerns. Was aber sonst?

IngolstadtDie VW-Tochter Audi nimmt die Aufklärung in die eigene Hand. Der Audi-Aufsichtsrat hat beschlossen, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte mit der Aufarbeitung der Dieselaffäre zu betreuen, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen.

Die Aufklärung sei aber nicht gegen die Mutter in Wolfsburg gerichtet, heißt es. Es gelte eigene Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. VW hat schon in der vergangenen Woche den Konzerntöchtern, die mit manipulierten Motoren beliefert wurden, vollen Schadensersatz zugesagt. Neben Audi sind auch Seat und Skoda betroffen.

Audi-Chef Stadler hat am Montagabend vor mehr als 6000 Entwicklern in Ingolstadt versucht, Zuversicht zu verbreiten. Es werde weiter eingestellt und investiert. Die geplante „zweite Modelloffensive“ werde ohne Abstriche umgesetzt.

Dazu gehöre auch das geplante Elektro-SUV „E-TronQuattro“, das Audi auf der Automesse IAA in Frankfurt vorgestellt hat. Das Auto soll wie geplant serienfertig entwickelt und 2018 auf den Markt gebracht werden, sagte Stadler. „Jetzt müssen wir erst Recht auf Sieg spielen“, sagte Stadler. Der gesamte Konzern blicke jetzt auf die beiden Töchter Audi und Porsche.

Ob Audi am Ende alle Investitionen halten kann, bleibt aber vorerst offen. Denn Audi muss viele Projekte gemeinsam mit der Mutter VW planen, die bereits laut über die Kürzung von Investitionen nachdenkt. So teilen sich beispielsweise der Audi A8 und die VW-Luxuslimousine „Phaeton“ die Entwicklungskosten. Sollte VW den Verlustbringer Phaeton einstellen, hätte das Auswirkungen auf die Kalkulation des A8, hieß es aus Konzernkreisen.

Dass Audi überhaupt nun eigene Ermittlungen auf die Beine stellt, liegt an der bislang vielgelobten Plattformstrategie, die im VW-Reich besonders verbreitet ist. Die vielen gleichen Teile, die bei den Konzerntöchtern verwandt werden, senken zwar die Kosten, sie sorgen aber dafür, dass – wenn etwas schiefgeht – besonders viele Modelle mit Fehlern zurück in die Werkstätten gerufen werden müssen.

So hatte VW vor knapp zwei Jahren einen der größten Rückrufe seiner Konzerngeschichte gestartet. Betroffen waren damals 2,6 Millionen Autos, die wegen Reparaturen am Licht zum Mechaniker mussten. Der Rückruf ging quer durch alle Automarken - von VW über Audi bis hin zu Seat und Skoda.

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Rückrufe als „Damoklesschwert“

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