Folgen der Krise
Peugeot: Erste Entlassungen in der Slowakei

Die Krise fordert erste Jobs der Stamm-Belegschaft in der Slowakei. Die Entlassungen bedeuten einen dramatischen Wendepunkt für die Autoindustrie in dem Land, das gerade erst einen Auto-Boom erlebte.

HB BRATISLAVA/PARIS. Als erster Automobilproduzent in der Slowakei hat PSA Peugeot Citroen die Entlassung von Stamm-Mitarbeitern angekündigt. Wegen der internationalen Absatzkrise sei man zu Sparmaßnahmen gezwungen, erklärte ein Firmensprecher am Mittwoch der staatlichen slowakischen Nachrichtenagentur TASR.

Daher müsse man 190 Stellen streichen, obwohl keine Verminderung der Produktion geplant sei. Aus der PSA-Konzernzentrale in Paris war am Abend zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht zu bekommen.

Die Zahl der geplanten Entlassungen ist zwar im Vergleich zu anderen Ländern und auch zu anderen Wirtschaftssparten der Slowakei nicht sehr hoch. Sie bedeutet aber trotzdem einen dramatischen Wendepunkt für die slowakische Automobilindustrie, die gerade erst einen enormen Boom erlebte.

Insbesondere die Hersteller PSA in Trnava und Kia in Zilina hatten zuletzt stets beteuert, ihre erst seit 2006 in der Slowakei produzierenden Fabriken weiter ausbauen zu wollen. Und auch das schon seit 1991 bestehende Volkswagen-Werk bei Bratislava hatte erst kürzlich zusätzliche Investitionen von 300 Millionen Euro angekündigt.

Alle drei Fabriken hatten zwar auf die internationale Krise bereits mit Arbeitszeitverkürzungen und reduziertem Einsatz von Leiharbeitern reagiert. Dass aber auch Stammpersonal abgebaut werden könnte, hatten sie bisher stets zurückgewiesen.

Noch 2007 hatte die Slowakei ihre jährliche Automobilproduktion im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. In dem Jahr wurden in den drei Automobilwerken des Landes nach Angaben des slowakischen Verbands der Automobilindustrie ZAP insgesamt 571 071 Autos gebaut. 2008 war die Produktion dann aber nur geringfügig um knapp fünf Prozent auf etwa 600 000 Autos angestiegen.

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