Folgen der Schuldenkrise
Coca-Cola flüchtet aus Griechenland

Mit über 40.000 Mitarbeitern ist der griechische Abfüller von Coca-Cola der größte Konzern des Landes. Doch aus Angst vor der Schuldenkrise will das Unternehmen in die Schweiz flüchten.
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AthenCoca-Cola Hellenic Bottling SA, der weltweit zweitgrößte Abfüller für Coca-Cola und das nach Marktwert wertvollste griechische Unternehmen, will sein Haupt-Aktien-Listing von Athen nach London verlegen. Damit flüchtet der Konzern aus dem Epizentrum der seit Jahren anhaltenden europäischen Schuldenkrise.

Coca-Cola Hellenic ist in 28 Ländern auf drei Kontinenten aktiv und beschäftigt über 40.000 Mitarbeiter. Vergangenes Jahr erzielte das Unternehmen weltweit einen Umsatz von 6,9 Mrd. Euro. Rund 95 Prozent der Geschäftsaktivitäten und Aktionäre befinden sich außerhalb von Griechenland.

Ein neues Unternehmen in der Schweiz, gegründet von einem der wichtigsten Aktionäre, wird dazu nun ein Angebot zu einem Aktientausch für Coca-Cola Hellenic unterbreiten - und dabei gleichzeitig ein Haupt-Listing in London anstreben, wie aus einer Pflichtmitteilung an der Athener Börse vom Donnerstag hervorgeht.

“Der Schritt wird dem Konzern dabei helfen, sich selbst von Problemen - die mit Griechenland verbunden sind - abzusondern”, sagte Paris Mantzavras von Pantelakis Securities in Athen. Zu solchen Problemen könnten etwa ein Austritt der Griechen aus der Eurozone und Kapitalkontrollen zählen.

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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Wenn die Verwaltung und Politik korrupt ist, dann muss man diese eben zwangsweise austauschen. Aber das kann das VOlk nur selbst, niemand anderes. Und gibt es das Volk nicht her, dann ist das Volk eben selbst schuld.

    Und wegen ihren Ressourcen: Wissen sie wie hoch das geschätzte Ölvorkommen ist? Daran kann sich das Land einfach gesunden. Und wir deutschen leben auch in einem weit unterdurchschnittlich gesegneten Land, was Bodenschätze, ganz vorne Metalle, angeht. Man muss eben ein Schritt vor den anderen setzen. Dann geht das.

  • @billy
    zu Punkt 1 und 2:
    Zustimmung

    Zu Punkt 3 und 4:
    Sie liegen total verkehrt. Deutschland fährt bereits Verluste ein, siehe z.B. die HRE, die beim Schuldenschnitt 8 oder sogar 9 Milliarden verlor.
    Und auch die restlichen Gelder werden NIEMALS zurückgezahlt. Das ist nämlich gar nicht möglich, weil GR auch jetzt noch bei weitem mehr ausgibt als es einnimmt. Und das bleibt auch so, solange GR im Euro ist, denn die Griechen wehren sich mit Händen und Füßen, Investoren ins Land zu lassen. Sie denken, dies sei ein Ausverkauf. Sie werden diese Auffassung auch weiter vertreten – der Euro macht’s möglich.
    Glauben Sie tatsächlich, weil bisher Zinsen an Deutschland geflossen sind, käme das geliehene Geld zurück? Dann schauen Sie mal besser hin, denn das zurückgezahlte Geld kommt oft genug von IHNEN.
    SIE als europäischer Steuerzahler haben nämlich vorher Hilfsgelder überwiesen, von denen danach die ausländischen Verbindlichkeiten bzw. deren Zinsen bezahlt werden.
    Selbst dann, wenn GR jetzt sofort aus der Währungsunion austräte, wäre eine Rückzahlung so gut wie unmöglich. Sie könnten aber nach einem weiteren Schuldenschnitt wettbewerbsfähig werden - und DANN, frühestens dann wäre VIELLEICHT an eine Rückzahlung von Schulden zu denken.
    Richtig dagegen liegen Sie bei der Kriegsschuld – aber auch da nur FAST. Denn GR hat sich damals einverstanden erklärt mit der Lösung, auf die wir heute zurückblicken. Deutschland hat sich leider nicht mit Ruhm bekleckert, weil es sich durch das Fehlen eines ordnungsgemäßen Friedensvertrags (statt dessen 2+4-Vertrag) aus der Verantwortung geschlichen hat. Juristisch ist aber alles ok, auch wenn ein blödes Magengefühl zurück bleibt.

  • @Bietchekoopen
    Ich finde nicht, dass sich das wie eine Verschwörung der USA gegen die EU anhört.

    Ein Beispiel:

    Die Zeitung Wall Street beschreibt die Situation am griechischen Hafen Piraeus. Das liest sich lustig, ist aber leider todernst.
    Der Hafen ist zweigeteilt. Während auf der chinesischen Seite 24 Stunden malocht wird, an jedem Kran 4 Leute arbeiten und jeder 23.000,-Dollar jährlich verdient (es bewerben sich wie verrückt täglich neue Griechen, um dort zu arbeiten), liegt auf der griechischen Seite alles brach. Die dort beschäftigten Beamten haben praktisch nichts zu tun. Sie strecken ihre Beine unterm Tisch aus und spielen Tavli.
    Denn für die griechischen Beschäftigten haben die Gewerkschaften folgendes bestimmt:
    9 Personen pro Kran und ein Gehalt von 185.000,- Dollar pro Person jährlich.
    Obama verdient nur geringfügig mehr.

    Möchten SIE ein Unternehmen in so einem Land leiten? Vermutlich sieht nun auch Coca Cola, dass der Zug abgefahren ist und macht sich aus dem Staub.

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