Folgen der Schuldenkrise

Coca-Cola flüchtet aus Griechenland

Mit über 40.000 Mitarbeitern ist der griechische Abfüller von Coca-Cola der größte Konzern des Landes. Doch aus Angst vor der Schuldenkrise will das Unternehmen in die Schweiz flüchten.
26 Kommentare
Der zweitgrößte Abfüller für Coca-Cola sitzt in Griechenland. Quelle: RUETERS

Der zweitgrößte Abfüller für Coca-Cola sitzt in Griechenland.

(Foto: RUETERS)

AthenCoca-Cola Hellenic Bottling SA, der weltweit zweitgrößte Abfüller für Coca-Cola und das nach Marktwert wertvollste griechische Unternehmen, will sein Haupt-Aktien-Listing von Athen nach London verlegen. Damit flüchtet der Konzern aus dem Epizentrum der seit Jahren anhaltenden europäischen Schuldenkrise.

Coca-Cola Hellenic ist in 28 Ländern auf drei Kontinenten aktiv und beschäftigt über 40.000 Mitarbeiter. Vergangenes Jahr erzielte das Unternehmen weltweit einen Umsatz von 6,9 Mrd. Euro. Rund 95 Prozent der Geschäftsaktivitäten und Aktionäre befinden sich außerhalb von Griechenland.

Ein neues Unternehmen in der Schweiz, gegründet von einem der wichtigsten Aktionäre, wird dazu nun ein Angebot zu einem Aktientausch für Coca-Cola Hellenic unterbreiten - und dabei gleichzeitig ein Haupt-Listing in London anstreben, wie aus einer Pflichtmitteilung an der Athener Börse vom Donnerstag hervorgeht.

“Der Schritt wird dem Konzern dabei helfen, sich selbst von Problemen - die mit Griechenland verbunden sind - abzusondern”, sagte Paris Mantzavras von Pantelakis Securities in Athen. Zu solchen Problemen könnten etwa ein Austritt der Griechen aus der Eurozone und Kapitalkontrollen zählen.

  • Bloomberg
Startseite

26 Kommentare zu "Folgen der Schuldenkrise: Coca-Cola flüchtet aus Griechenland"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn die Verwaltung und Politik korrupt ist, dann muss man diese eben zwangsweise austauschen. Aber das kann das VOlk nur selbst, niemand anderes. Und gibt es das Volk nicht her, dann ist das Volk eben selbst schuld.

    Und wegen ihren Ressourcen: Wissen sie wie hoch das geschätzte Ölvorkommen ist? Daran kann sich das Land einfach gesunden. Und wir deutschen leben auch in einem weit unterdurchschnittlich gesegneten Land, was Bodenschätze, ganz vorne Metalle, angeht. Man muss eben ein Schritt vor den anderen setzen. Dann geht das.

  • @billy
    zu Punkt 1 und 2:
    Zustimmung

    Zu Punkt 3 und 4:
    Sie liegen total verkehrt. Deutschland fährt bereits Verluste ein, siehe z.B. die HRE, die beim Schuldenschnitt 8 oder sogar 9 Milliarden verlor.
    Und auch die restlichen Gelder werden NIEMALS zurückgezahlt. Das ist nämlich gar nicht möglich, weil GR auch jetzt noch bei weitem mehr ausgibt als es einnimmt. Und das bleibt auch so, solange GR im Euro ist, denn die Griechen wehren sich mit Händen und Füßen, Investoren ins Land zu lassen. Sie denken, dies sei ein Ausverkauf. Sie werden diese Auffassung auch weiter vertreten – der Euro macht’s möglich.
    Glauben Sie tatsächlich, weil bisher Zinsen an Deutschland geflossen sind, käme das geliehene Geld zurück? Dann schauen Sie mal besser hin, denn das zurückgezahlte Geld kommt oft genug von IHNEN.
    SIE als europäischer Steuerzahler haben nämlich vorher Hilfsgelder überwiesen, von denen danach die ausländischen Verbindlichkeiten bzw. deren Zinsen bezahlt werden.
    Selbst dann, wenn GR jetzt sofort aus der Währungsunion austräte, wäre eine Rückzahlung so gut wie unmöglich. Sie könnten aber nach einem weiteren Schuldenschnitt wettbewerbsfähig werden - und DANN, frühestens dann wäre VIELLEICHT an eine Rückzahlung von Schulden zu denken.
    Richtig dagegen liegen Sie bei der Kriegsschuld – aber auch da nur FAST. Denn GR hat sich damals einverstanden erklärt mit der Lösung, auf die wir heute zurückblicken. Deutschland hat sich leider nicht mit Ruhm bekleckert, weil es sich durch das Fehlen eines ordnungsgemäßen Friedensvertrags (statt dessen 2+4-Vertrag) aus der Verantwortung geschlichen hat. Juristisch ist aber alles ok, auch wenn ein blödes Magengefühl zurück bleibt.

  • @Bietchekoopen
    Ich finde nicht, dass sich das wie eine Verschwörung der USA gegen die EU anhört.

    Ein Beispiel:

    Die Zeitung Wall Street beschreibt die Situation am griechischen Hafen Piraeus. Das liest sich lustig, ist aber leider todernst.
    Der Hafen ist zweigeteilt. Während auf der chinesischen Seite 24 Stunden malocht wird, an jedem Kran 4 Leute arbeiten und jeder 23.000,-Dollar jährlich verdient (es bewerben sich wie verrückt täglich neue Griechen, um dort zu arbeiten), liegt auf der griechischen Seite alles brach. Die dort beschäftigten Beamten haben praktisch nichts zu tun. Sie strecken ihre Beine unterm Tisch aus und spielen Tavli.
    Denn für die griechischen Beschäftigten haben die Gewerkschaften folgendes bestimmt:
    9 Personen pro Kran und ein Gehalt von 185.000,- Dollar pro Person jährlich.
    Obama verdient nur geringfügig mehr.

    Möchten SIE ein Unternehmen in so einem Land leiten? Vermutlich sieht nun auch Coca Cola, dass der Zug abgefahren ist und macht sich aus dem Staub.

  • FANTA?
    Das war der sinnloseste, aber lustigste, Kommentar zu diesem Artikel.
    *mahlzeit* - nur schade um die Tinte

  • Bei Lebensmitteln mag eine Selbstversorgung möglich sein. Aber GR hat weder eine chemische noch Stahl- oder Textil-Industrie, um Medikamente, Kleidung, Motoren oder eine einfache Schiffsschraube selbst herzustellen. Da hilft auch kein Niedriglohn unter einer Billigwährung. Ausländische Geldgeber werden sich hüten in einem so korrupten Land wieder zu investieren.

  • Eine Stempelsteuer ist keine Kapitalkontrolle.
    Man bezahlt eine Steuer von z.b. 25% beim Kauf einer Aktie. Dies hat zur Erfindung der CFD geführt, da man nun über diesen Weg nur noch 1/100 an Steuern zahlt, also 0,25% Stempelsteuer.

  • @Edelzwicker
    Was du von dir gibst ist ein Armutszeugnis und du hast definitiv keine Ahnung worüber du da redest.

    1. Nur weil einige Extremisten (die es übrigens überall gibt) die deutschen als Nazis beschimpfen, kannst du das nicht auf das komplette Land projezieren. Wenn du nämlich bescheid wissen würdest, dann würdest du auch wissen, dass die meisten der Griechen das nicht unterstützen.

    2. Kein Urlaub mehr in Griechenland?
    und wieso nicht - Aus Angst dir könnte etwas passieren?
    So wie du drauf bist, wird dir auch was passieren, aber generell ist Griechenland das schönste und gastfreundlichste Land der Welt. Jeder Grieche will den Tourismus beibehalten und wird sich gegen keinem Touristen (egal welche Nationalität) wenden.

    3. Du denkst genau so, wie viele andere ahnungslose auch, dass Deutschland mit Griechenland Verluste einfährt. Das ist definitiv nicht so. Informiere dich mal. Das Thema zu analysieren würde an dieser Stelle zu lange dauern.

    4. Deutschland gibt Griechenland Geld welches Deutschland zurück bekommen wird. Es wird ausgeliehen.
    Deutschland nahm aber Griechenland Geld und Güter ohne das jemals was zurück gegeben worden ist. Na, klingelt es bei dir? Auch in der Geschichte also eine Menge Nachholbedarf.

    Ich sage nicht, dass in Griechenland alles optimal läuft. Es muss viel verändert werden. Das Bildungssystem, das Finanzsystem, Steuereinnahmen, Kontrollen und ja auch die Mentalität, aber deine Kommentare sollten besser überlegt werden.

  • Das Zauberwort ,,Kapitalkontrollen" war, meiner Meinung nach, ausschlaggebend.

  • Auch die vielen deutschen Touristen ziehen sich aus Griechenland zurück, weil sie sich von diesen Losern und Bankrotteuren nicht als Nazis beschimpfen lassen wollen.
    Jedenfalls werde ich erst wieder in Griechenland Urlaub machen, wenn ich blind, lahm und taub bin - und dann auch erst im überüberübernächsten Leben!

  • Ja, unter jetzigen Verhältnissen. Weil es eben billiger ist Waren zu importieren, als die eigenen Waren und Ressourcen anzubauen, zu verarbeiten und zu vertreiben. Eine Rückkehr zur Drachme und Abwertung der Währung wäre wie eine Frischzellenkur. Natürlich aber auch ein kurzer heftiger Schock fürs Land. Aber es wäre der Schritt in die richtige Richtung. Und mal ehrlich: Wenn man an die humanitäre Situation denkt, so wäre es doch fürs Land besser gewesen, wenn man die ganzen versenkten Milliarden in einen Hilfsfonds für die Bevölkerung gesteckt hätte und über diesen Schock das Volk mit dem Lebensnotwendigsten versorgt hätte. Stattdessen zahlen wir an Griechenland und diese zahlen es sofort wieder den Banken und Gläubigern aus. Dem Volk zahlen wir bisher überhaupt nichts!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%