Folgen des Stromausfalls von Samstag
Experten gehen von geringen Schäden für die Industrie aus

Der Zeitpunkt des Stromausfalls in Teilen Westeuropa am späten Samstagabend hat die Industrie wahrscheinlich vor größeren Schäden bewahrt.

HB HAMBURG. Der Geschäftsführer des Verbands der industriellen Kraftwirtschaft (VIK), Alfred Richmann, sagte dem „Tagesspiegel“ (Montagausgabe), zwar gebe es noch keine Rückmeldungen von Mitgliedsfirmen über mögliche Schäden, allerdings sei davon auszugehen, dass zahlreiche Produktionsprozesse unterbrochen worden seien. Dies gelte vor allem für das dicht besiedelten Nordrhein- Westfalen. „Nur Unternehmen, die ein eigenes kleines Kraftwerk haben, sind nicht betroffen“, sagte Richmann. „Das sind aber die wenigsten.“

Der Zeitpunkt des Stromausfalls könnte allerdings größeren Schaden vermieden haben - schließlich stehe die Produktion in der Nacht von Samstag auf Sonntag ohnehin oft still. „Der Gesamtschaden, der entstanden sein könnte, ist vermutlich gering“, sagte Richmann. Dies sei aber von Branche zu Branche verschieden: „Chemische Grundprozesse zum Beispiel laufen Tag und Nacht.“

Die Fraktionschefin der Grünen, Renate Künast, rief die Stromkonzerne dazu auf, mehr für die Netzsicherheit zu tun. Künast sagte der FR: „Die Energieversorgungsunternehmen machen reichlich Profit, aber tun wenig für die Verbraucher. Unsere hohen Netzgebühren und damit auch die Strompreise werden immer mit der hohen Netzsicherheit begründet“, meinte die ehemalige Verbraucherministerin. Wenn Netzfehler oder mangelhafter Betrieb Ursache des Stromausfalls seien, sei das ein weiteres Indiz dafür, dass die Begründung der Energiekonzerne nicht trage.

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